Industrie Kunjunktur

Trotz Corona-Sorgen Lichtblick für die deutsche Industrie

Stand: 06.03.2020, 08:22 Uhr

Es gibt auch noch gute Nachrichten aus der Wirtschaft: So hat die deutsche Industrie im Januar das größte Auftragsplus seit fünfeinhalb Jahren geschafft. Kein Grund also, in Panik zu verfallen.

Tatsächlich legten die Bestellungen um 5,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat zu. "Das ist der stärkste Anstieg seit Juli 2014", wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten hingegen nur mit einem Wachstum von 1,4 Prozent gerechnet, nachdem es im Vormonat noch einen Rückgang von 2,1 Prozent gegeben hatte.

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"Der Anstieg ist insbesondere im Luft- und Raumfahrzeugbau und im Maschinenbau auf Großaufträge zurückzuführen", erklärte das Statistische Bundesamt dazu. Aber auch ohne Berücksichtung von Großaufträge hätte es ein Plus von 2,3 Prozent gegeben, "was auf eine gute allgemeine Auftragslage in vielen Wirtschaftszweigen zurückgeht".

Anstieg der Bestellungen aus dem Ausland

Die Bestellungen kamen aus dem Ausland zogen sogar um 10,5 Prozent an. Dabei nahmen die Aufträge aus der Eurozone um 15,1 Prozent, die aus dem restlichen Ausland um 7,8 Prozent zu. Die Aufträge aus dem Inland gingen dagegen um 1,3 Prozent zum Vormonat.

Ökonomen begrüßten die Zahlen. "Auch wenn dies zu einem beträchtlichen Teil auf Großaufträge zurückzuführen ist und zudem eine Gegenbewegung zum sehr schwachen Dezember darstellt, unterstreichen die Zahlen doch, dass sich die deutsche Industrie zu Jahresbeginn stabilisiert hatte", erklärte Ralph Solveen von der Commerzbank.

"Gute Nachrichten für die Konjunktur"

Jens-Olivier Niklasch von der LBBW sprach von einer "guten Nachricht für die deutsche Konjunktur". Vermutlich habe es einen Nachholeffekt aufgrund der Lage der Feiertage Ende vergangenen Jahres gegeben. Doch hätten einige Volkswirte die Lage der deutschen Industrie auch zu pessimistisch eingeschätzt.

Für den Februar rechnen die Ökonomen allerdings mit einem Einbruch der Bestellungen, denn die jetzt veröffentlichten Zahlen stammen aus der Zeit vor der Ausbreitung des Coronavirus, der die Industrie belastet haben dürfte. Wegen des Coronavirus seien weitere Störungen im Produktionsablauf und beim Auftragseingang vorgezeichnet, glaubt auch Bastian Hepperle vom Bankhaus Lampe.

lg