Geely-Chef Li Shufu

Neuer chinesischer Großaktionär Li Shufu: Kein Cent vom Staat für Daimler

Stand: 04.03.2018, 12:42 Uhr

Der neue chinesische Daimler-Großaktionär Li Shufu hat eigenen Angaben zufolge keine finanzielle Staatshilfe für seinen Einstieg bei dem deutschen Autobauer erhalten.

"Vom chinesischen Staat kommt kein Cent - das kann ich Ihnen versichern", sagte der Gründer des Geely-Konzerns der "Bild am Sonntag". "Ein Teil kommt direkt aus meinem Geldbeutel, ein anderer wurde über ausländische Banken finanziert." Er habe die Führung in Peking auch nicht vorab über den geplanten Einstieg informiert. "Wir haben die chinesische Regierung noch nie vorab für eine Investition um Erlaubnis gefragt. Auch nicht bei unserer Daimler-Beteiligung."

Li hatte aus dem Stand 9,7 Prozent der Daimler-Anteile erworben und sich damit zum größten Einzelaktionär des Autokonzerns aufgeschwungen. Dafür hatte er fast 7,5 Milliarden Euro springen lassen.

Daimler will Wissen nicht teilen

Weitere Zukäufe plant der Milliardär zunächst nicht. "Derzeit haben wir keinerlei Pläne für weitere Zukäufe", sagte Li laut "Bild am Sonntag". "Wir konzentrieren uns in nächster Zeit auf die Entwicklung der bestehenden Beteiligungen."

Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" will der Daimler-Vorstand weder Technologien noch Wissen mit dem neuen Großaktionär teilen. Der Autobauer sehe keinen Bedarf für neue Partnerschaften in China und wolle zudem seine bisherigen Partner dort nicht verärgern. China ist für Daimler der wichtigste Markt.

Schärfere Regeln angemahnt

Dort unterhält der Konzern Gemeinschaftsunternehmen mit BAIC, mit dem erst kürzlich eine Milliardeninvestition verkündet wurde, und BYD. Li hatte nach seinem Einstieg angekündigt, Geely respektiere und schätze "die Kultur, die Werte und die Corporate Governance der Daimler AG".

Angesichts des überraschenden Einstiegs von Geely mahnte Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries erneut schärfere Regeln für ausländische Beteiligungen an. "Wir müssen unser Außenwirtschaftsrecht immer an neue Entwicklungen anpassen, dazu gehören auch die Prüfschwellen", sagte die SPD-Politikerin dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" (Samstag). Bislang kann die Bundesregierung nur dann gegen ausländische Direktinvestitionen vorgehen, wenn der Käufer mehr als 25 Prozent einer Firma erwirbt.

lg