Levi Strauss-CEO Chip Bergh (r.) und CFO Harmit Singh (2.v.r.) beim 2. Börsengang in New York

Erste Quartalszahlen seit Börsengang Levi's mit anzüglichen Zahlen

Stand: 10.04.2019, 17:59 Uhr

Nach dem geglückten Börsengang im März hat der legendäre Jeans-Hersteller Levi Strauss auch eine überzeugende Quartalsbilanz vorgelegt. Die Anleger freut's.

Im nachbörslichen Handel in New York legte die Aktie um zwei Prozent zu. Dabei ist das Papier seit dem Börsengang vor drei Wochen bereits um 28 Prozent gestiegen. Im ersten Quartal konnte der Jeans-Hersteller seinen Umsatz verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um sieben Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar steigern.

Der bereinigte Nettogewinn schnellte sogar um 81 Prozent auf 151 Millionen Dollar nach oben, was allerdings vor allem an hohen Sonderkosten im Vorjahr lag. Für das Unternehmen machte sich zudem die Strategie bezahlt, sowohl das Filialnetz auszubauen als auch mehr in das Online-Geschäft zu investieren.

Beeindruckendes Börsen-Comeback

Levi's hatte im März ein beeindruckendes Börsen-Comeback an der New York Stock Exchange gefeiert, nachdem der 166 Jahre alte Modekonzern zwischenzeitlich wieder privatisiert worden war. Die Wurzeln des traditionsreichen Unternehmens gehen auf den bayerischen Auswanderer Levi Strauss zurück, der Mitte des 19. Jahrhunderts vom Goldrausch in Kalifornien angelockt worden war und als Miterfinder der Blue Jeans gilt.

Das Unternehmen kämpfte noch vor wenigen Jahren mit rückläufigen Umsätzen und einem angestaubten Image. Den zum Börsengang eingereichten Unterlagen zufolge verdiente Levi's im vergangenen Geschäftsjahr (bis 25. November) unterm Strich 285 Millionen Dollar. Die Erlöse betrugen 5,6 Milliarden Dollar, nach 4,9 Milliarden im Vorjahr - so viel wie seit Jahren nicht mehr.

Wachstum mit Oberteilen

Auf dem Höhepunkt des Erfolgs, Mitte der 90er Jahre, beliefen sich die Erlöse auf gut sieben Milliarden Dollar. Doch dann ging es bergab. Die Marke war nicht mehr angesagt. Es fehlte eine klare Strategie und gutes Marketing.

Inzwischen erzielt Levi's die höchsten Wachstumsraten mit Oberteilen wie T-Shirts und Tops. Eigenen Angaben zufolge steigen die Erlöse in diesem Segment um 25 Prozent pro Jahr. Mit Hilfe sogenannter "Influencer" in den sozialen Netzwerken versucht der Jeansanbieter zudem Frauen anzusprechen, um den Anteil der weiblichen Käufer zu erhöhen. Levi's-Produkte werden nämlich bis jetzt vor allem von Männern gekauft.

lg