Blaue Kabel von Leoni

Kabelnetze laufen gut Leoni wurstelt sich durch

Stand: 15.11.2017, 10:41 Uhr

Der Autozulieferer hat einige Probleme hinter sich, aber offenbar weiter eine günstige geschäftliche Lage vor sich. Der Gewinn im laufenden Jahr soll höher steigen als bislang prognostiziert. Anleger freuen sich.

Die Leoni-Aktie kämpft im MDax an einem schwachen Börsentag recht wacker und konnte zeitweise sogar Gewinne verbuchen. Auch in den vergangenen Monaten lief es an der Börse für das Unternehmen wieder deutlich besser. Der Titel hat seinen Tiefflug bis auf 25 Euro im vergangenen Jahr nahezu komplett wieder wettgemacht. Mit derzeit 57,30 Euro notiert die Aktie inzwischen wieder unweit der Rekordstände aus dem Jahr 2015 von mehr als 60 Euro.

Kleine Wiedergutmachung

Ein wenig Vergangenheitsbewältigung steckt auch in den Zahlen zum dritten Quartal bei Leoni. Der Gewinn wurde nämlich auch durch eine Versicherungs-Zahlung in Höhe von fünf Millionen Euro erhöht. Im vergangenen Jahr war das Unternehmen durch einen Betrug um 40 Millionen Euro geschädigt worden.

Aber auch operativ läuft es beim Spezialisten für Bordnetzsysteme für die Autobranche rund: Der Umsatz stieg um knapp elf Prozent auf 1,19 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis lag bei 46,4 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr wegen des Betrugsfalls ein Verlust von 12,7 Millionen Euro angefallen war. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 28,3 Millionen Euro, vor einem Jahr hatte der Verlust 24,4 Millionen Euro betragen.

Hoffnung auf Elektro-Autos

In der Bordnetzsparte sammelte Leoni im dritten Quartal Aufträge für 1,6 Milliarden Euro ein, davon fast 600 Millionen für sogenannte Hochvolt-Kabelsätze, die in Autos mit Elektroantrieben eingesetzt weden.

Die Aussichten sieht das Unternehmen derzeit deutlich aufgehellt. Der Umsatz soll von 4,4 Milliarden Euro im Vorjahr nun stärker auf 4,8 Milliarden Euro zulegen. Vor allem aber die Ergebnisse werden laut Leoni im zuende gehenden Geschäftsjahr mehr klettern als gedacht. Beim Ergebnis vor Steuern stellt Vorstandschef Dieter Belle nun rund 220 Millionen Euro in Aussicht. Zuvor hatte das Management 190 bis 210 Millionen Euro anvisiert.

AB