Orangefarbenes Leoni-Ladekabel für Elektrofahrzeuge
Video

Zu wenig Lizenzgebühren Leoni: Und noch eine Panne

Stand: 01.09.2017, 08:15 Uhr

Der Autozulieferer Leoni hat seinen Anlegern in den letzten Monaten nicht nur Freude bereitet. Zwar ist der Kurs seit Jahresbeginn kräftig gestiegen, doch es gab auch immer wieder Rückschläge. So wie derzeit.

Einem Bericht der "FAZ" zufolge hat der im MDax notierte Konzern über Jahre zu wenig Lizenzgebühren an IT-Unternehmen überwiesen. Die zu geringen Zahlungen unter anderem an die Softwarekonzerne Microsoft und SAP summierten sich auf mehr als 20 Millionen Euro.

Erst eine Überprüfung durch die Wirtschaftsprüfer von KPMG brachte die Misere ans Licht. Leoni hat das Ausmaß gegenüber der Zeitung zwar nicht bestätigen wollen, aber einen Missstand eingeräumt, wie es weiter hieß. "Es ist zutreffend, dass KPMG eine Überprüfung des Software Asset Managements bei Leoni durchgeführt hat. Im Rahmen dieser Untersuchung wurden Schwachstellen identifiziert und Handlungsempfehlungen erteilt", zitierte die Zeitung einen Unternehmenssprecher.

Aktie unter Druck

"Über die Ergebnisse dieser Untersuchungen geben wir keine Einzelheiten bekannt. Von den durch die 'FAZ' genannten Software-Herstellern liegen uns Bestätigungen vor, dass die Leoni AG aktuell adäquat lizenziert ist."

Bei den Anlegern kam der Bericht dennoch nicht gut an. Die Aktien fielen am Donnerstag um 4,4 Prozent. Allerdings waren sie in den vergangenen Monaten gut gelaufen. Im bisherigen Jahresverlauf zählen sie mit einem Plus von mehr als 50 Prozent zu den Favoriten im Index der mittelgroßen Wert MDax.

Weiterer Managementfehler

Für Leoni ist die Panne ein weiterer eklatanter Managementfehler. Bereits einige Male musste das von Vorstandschef Dieter Bellé geleitete Unternehmen Probleme bei Produktionsanläufen und Schwierigkeiten in der Bordnetzsparte einräumen, die das Unternehmen zeitweise sogar in die roten Zahlen getrieben haben.

Zudem wurde Leoni im letzten Jahr auch noch Opfer einer spektakulären Betrugsmethode mit falschen E-Mails. Dabei hatten die Täter rund 40 Millionen Euro ergaunert. Damals hatte Leoni Fehlverhalten und aktive Verstöße einzelner Mitarbeiter eingeräumt. Auf dem Großteil des Schadens blieb das Unternehmen damals sitzen.

lg