Blaue Kabel von Leoni
Audio

Aktie 25 Prozent im Minus Leoni schockt die Anleger

Stand: 08.02.2019, 18:09 Uhr

Der fränkische Autozulieferer und Kabelspezialist Leoni will nach einem überraschend schwachen Jahresgewinn die Dividende streichen. Zudem rechnet das Unternehmen nicht mehr mit dem Erreichen der bisherigen Mittelfristziele für 2020.

Wegen der Schwäche des wichtigen chinesischen Automarktes, der Verunsicherung von Autokäufern durch die aktuellen Handelskonflikte und der Umstellung auf den neuen Abgas- und Verbrauchsstandard WLTP in Europa hatte das SDax-Unternehmen bereits Ende Oktober seine Gewinnerwartungen für 2018 gesenkt.

Statt der damals erhofften 196 Millionen Euro wurde 2018 jedoch nur ein Ergebnis (Ebit) von 144 Millionen Euro erreicht. Im vierten Quartal verzeichnete Leoni sogar einen Verlust von 19 Millionen Euro. Unter anderem seien Einsparziele nicht erreicht worden und die Anlaufkosten im neuen mexikanischen Werk seien höher als geplant ausgefallen, hieß es.

Der Umsatz lag 2018 mit 5,1 Milliarden Euro etwas höher als im Vorjahr. Im vierten Quartal lag der Erlös bei 1,2 Milliarden Euro.

Anleger geschockt

Leoni: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
9,72
Differenz relativ
+1,04%

Mit Blick auf den Zahlungsmittelfluss und die Verschuldungslage will Leoni der Hauptversammlung vorschlagen, für 2018 keine Dividende auszuschütten. Die Anleger reagierten enttäuscht: Die Leoni-Aktie sackte am Freitag in einer ersten Reaktion vorbörslich um 14,67 Prozent ab. Zu Handelsbeginn rauschte der Titel zeitweise gar um etwa 25 Prozent nach unten.

Die Deutsche Bank hat die Einstufung für Leoni nach der Gewinnwarnung auf "Hold" mit einem Kursziel von 33 Euro belassen. Die massive Senkung der Geschäftsziele unterstreiche einmal mehr die schlechte Funktion der Frühwarnsysteme des Autozulieferers, schrieb Analyst Christoph Laskawi in einer am Freitag vorliegenden Studie. Diese deutlich negativen Nachrichten dürften die Konsensschätzung für das Ebit 2019 um rund 40 Prozent nach unten bringen.

Autozulieferer unter Beschuss

Im vergangenen Jahr war das Leoni-Papier massiv unter Druck geraten und hatten einen Kurseinbruch durchlebt. Nach dem Rekordhoch Ende Januar 2018 büßte der Titel um mehr als die Hälfte an Wert ein.

Dabei befindet sich Leoni in bester Gesellschaft. Viele Autozulieferer hatten wegen der wackelnden Autobranche Probleme. Glaubt man den Analysten der französischen Bank BNP Paribas folgten die Zulieferer mit ihren Warnungen und Korrekturen lediglich den Autokonzernen.

tb