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Wegen Umbruch in der Autoindustrie Leoni: Kein Ende der Krise in Sicht

Stand: 25.02.2020, 16:49 Uhr

Der angeschlagene Kabel- und Bordnetzspezialist Leoni ist 2019 wegen der Krise der Autobranche und anderer Probleme noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht als ohnehin befürchtet.

Vor Steuern und Zinsen (Ebit) sei ein Verlust von 384 Millionen Euro angefallen, teilte das Unternehmen am Morgen in Nürnberg auf Basis vorläufiger Zahlen mit. 2018 hatte das Ebit noch 144 Millionen Euro betragen. Experten hatten angesichts der bereits roten Zahlen in den ersten neun Monaten und den bekannten Problemen sowie Umbaukosten mit einem Verlust gerechnet, dabei allerdings nicht in dieser Höhe.

Grund dafür sind Schwierigkeiten bei einem Großprojekt. Aufgrund aktueller Erkenntnisse musste eine Rückstellung von 80 Millionen Euro gebildet werden und 20 Millionen Euro mussten abgeschrieben werden. In der Folge erwartet Leoni Verluste und Belastungen über einen mehrjährigen Zeitraum.

Bittere Nachricht für die Aktionäre

Der Umsatz ging 2019 auf rund 4,8 Milliarden (2018: 5,1 Milliarden) Euro zurück. Fortschritte gab es in den vergangenen drei Monaten immerhin bei der Liquidität. Die verfügbaren Mittel seien in den letzten drei Monate um rund sieben Prozent auf 624 Millionen Euro gestiegen - Ende 2018 hatte Leoni allerdings noch rund eine Milliarde Euro zur Verfügung.

Für die Aktionäre des im SDax notierten Unternehmens eine bittere Nachricht, gehört doch die Aktie seit ihrem Hoch Anfang 2018 bei gut 65 Euro zu den größten Verlierern in der Dax-Familie. Bis zum vergangenen Sommer rutschte sie unter die Marke von zehn Euro. Seitdem konnte sie sich etwas berappeln und kostete zuletzt rund 11 Euro. Am Dienstag sackte sie um sechs Prozent auf 10,41 Euro ab.

JPMorgan hat die Einstufung für Leoni nach den vorläufigen Jahreszahlen auf "Underweight" mit einem Kursziel von 7,60 Euro belassen. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) habe seine Erwartungen um 30 Millionen Euro verfehlt, schrieb Analyst Jose Asumendi.

lg