Coca Cola, McDonalds und Lego

Bio- statt Plastiksteinchen Lego, McDonald's und Coca-Cola verbünden sich

Stand: 30.07.2019, 09:52 Uhr

Die Plastikflut bedroht die Meere und die Umwelt. Das wissen auch Unternehmen wie Lego. Künftig will der Spielzeugkonzern deshalb seine Produkte aus nachhaltigen Materialien herstellen und sucht gemeinsam mit Coca-Cola und McDonald's nach Lösungen. Die bisherigen Bio-Legos waren kaum brauchbar - mit einer Ausnahme!

50 Milliarden Plastiksteine stellt Lego jedes Jahr her. Bis zum Jahr 2030 möchte der dänische Spielzeughersteller seine Steine nicht mehr aus erdölbasiertem Plastik herstellen, sondern ausschließlich aus Bio-Plastik. Dieses Ziel hat sich Lego im Jahr 2012 selbst gesetzt.

130 Millionen Euro hat es seitdem in die Gründung eines eigenen Forschungszentrums gesteckt. 100 Spezialisten aus dem Bereich der Materialforschung wurden eingestellt.

Lego-Steine aus Mais zu weich

Mehr als 200 verschiedene Material-Zusammensetzungen hat das Unternehmen bereits ausprobiert, heißt es in einem Bericht des "Wall Street Journal". Aber keine der Alternativen kam bisher in Frage. Lego-Steine aus Mais erwiesen sich als zu weich. Klötzchen auf Weizen-Basis wiederum nehmen die Farbe nicht gleichmäßig auf. Manche Materialien machten die Bausteine so hart, dass sie kaum noch auseinander zu bekommen waren, oder sie brachen auseinander.

Bio-Steine dürfen sich nicht selbst abbauen

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Die Anforderungen an die Lego-Steine sind hoch. Sie müssen fest zusammenklicken, aber leicht wieder voneinander zu lösen sein. Sie müssen Form und Farbe auch bei unterschiedlichen Temperaturen beibehalten und dürfen nicht kaputtgehen, wenn sie einmal herunterfallen. Zudem sollten sie lange haltbar sein. Sie dürfen auch nach vielen Jahren des Spielens sich nicht selbst abbauen und keine Chemikalien enthalten, die Kindern schaden könnten.

"Es ist, wie bei der ersten Mondlandung", zitiert das "Wall Street Journal" Tim Brooks, Leiter für Nachhaltigkeit bei Lego. "Als Kennedy sagte, wir wollen auf den Mond landen, gab es viele Technologien dafür noch gar nicht. Die müssen wir jetzt erfinden."

Gemeinsam für Bio-Plastik

Auch andere Unternehmen wie Ikea und Coca-Cola wollen weg vom Plastik und suchen nach pflanzlichem Ersatz. Mit mäßigen Erfolgen: Ikeas einziges Plastikprodukt, welches auf Pflanzenbasis produziert wird, ist ein Gefrierbeutel. Und Coca-Cola hat vor Jahren eine recycelbare Flasche auf Biokunststoffbasis entwickelt, konnte sie jedoch bislang nicht auf den Markt bringen.

Nun gibt Lego seinen Alleingang auf und hat sich im Rahmen der "Bioplastic Feedstock Alliance" mit Konzernen wie Coca-Cola, Nestlé, McDonald's und Procter & Gamble sowie der Umweltorganisation WWF zusammengetan. Gemeinsam wollen sie nach alternativen Lösungen zum Thema Plastik suchen und ihre Forschungsergebnisse miteinander teilen.

Lego-Bäume aus Zuckerrohr

Einen kleinen Erfolg konnte Lego auf seinem ehrgeizigen Weg, seine Klötzchen zu 100 Prozent aus Bioplastik zu produzieren, dennoch verzeichnen. Die weicheren, biegsameren Lego-Bauteile wie Blätter, Büsche und Bäume fertigt das Unternehmen seit 2018 aus Bio-Kunststoff.

Die verwendeten pflanzlichen Polyethylene werden auf Basis von Zuckerrohr gewonnen. Ein Vorteil dieser Alternative ist, dass kein Erdöl zum Einsatz kommt. Auf der anderen Seite müssen für den Anbau von Zuckerrohr andere wertvolle Flächen für den Nahrungsmittelanbau weichen.

sts