Ein Mann sitzt vor seinem durch Hurrikan Laura zerstörten Haus in Louisana

Hurrikan-Schaden "Laura" wird teuer

Stand: 30.08.2020, 13:38 Uhr

Es ist wieder Wirbelsturmsaison in der Karibik und die Versicherer halten die Luft an. Der Hurrikan "Laura" hat jetzt in den USA für starke Schäden gesorgt. Bis zu 12 Milliarden Dollar könnten es nach ersten Schätzungen werden. Wider einmal stellt sich die Frage, wie viele "Lauras" die Branche verträgt.

Die Zerstörungen durch den Hurrikan dürften die Versicherungsbranche nach Schätzung von Experten bis zu zwölf Milliarden US-Dollar (gut 10 Milliarden Euro) kosten. Der auf Risikoanalysen spezialisierte Versicherungsdienstleister CoreLogic bezifferte die versicherten Schäden an Wohn- und Betriebsgebäuden in den US-Staaten Louisiana und Texas auf acht bis zwölf Milliarden Dollar, wie am Freitag in Irvine/Kalifornien mitgeteilt wurde.

Hurrikan Laura über dem Golf von Mexiko

Hurrikan Laura. | Bildquelle: NASA

Anders als in den meist armen Karibikstaaten und auch in Mexiko sind die Schäden in den USA meist versichert. Hurrikan "Laura" hat jetzt besonders den US-Bundestaat Louisiana heimgesucht und dort für Verwüstungen gesorgt. Der Sturm ist der bisher stärkste in diesem Jahr. Ursprünglich waren es sogar zwei Stürme, die auf die Küste zusteuerten.

Es hätte noch schlimmer kommen können

"Laura" hatte in Hurrikanstärke zunächst schwere Schäden an der US-Küste am Golf von Mexiko angerichtet und sich über Louisiana zu einem tropischen Sturm abgeschwächt. Mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 55 Kilometern pro Stunde und viel Regen bewegte sich Laura am Freitag durch Arkansas und Missouri in östlicher Richtung.

Die Experten von CoreLogic erklärten, dass viele Geschädigte nach einem Hurrikan möglicherweise die Kredite für ihre Häuser nicht mehr bezahlen können. Auf diese Weise könnte "Laura" die wirtschaftliche Lage von Familien zusätzlich erschweren, die bereits wegen der Coronavirus-Pandemie zu kämpfen haben.

"Laura" war am Donnerstag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometern pro Stunde auf das US-Festland getroffen. Mindestens sechs Menschen starben. Vier von ihnen kamen ums Leben, weil Bäume auf Häuser stürzten, wie der Gouverneur des Staates Louisiana, John Bel Edwards, sagte. Die Wucht des Sturms deckte Dächer ab, riss Fassaden von Häusern und ließ Strommasten umknicken. Das Stromnetz habe großen Schaden genommen, sagte Edwards.

Der Gouverneur machte zugleich klar, dass die Behörden ein noch schlimmeres Szenario befürchtet hatten. Das Hurrikan-Zentrum hatte vor bis zu sechs Meter hohen Sturmfluten gewarnt. Die Behörden hatten Hunderttausende angewiesen, sich in Sicherheit zu bringen. "Laura" war am Mittwoch innerhalb weniger Stunden von Kategorie zwei auf Kategorie vier (von fünf) hochgestuft worden. Es war der erste starke Hurrikan der Saison.

Es kommt noch mehr

Die US-Klimabehörde NOAA rechnet damit, dass 2020 ein Rekordjahr für Wirbelstürme werden könnte. Erwartet werden 19 bis 25 Stürme, davon sieben bis elf Hurrikans. Der wohl stärkste Sturm war der Hurrikan "Katrina" im Jahr 2005, der die Großstadt New Orleans verwüstet hatte.

Wirbelstürme sind in der warmen Karibik normal, es geht für die Versicherungen lediglich darum, wie stark die "Saison" ausfällt. Versicherungen haben üblicherweise feste Budgets und bilden entsprechende Rückstellungen für das weltweite Geschäft mit den Naturkatastrophen wie Wirbelstürme, Feuer oder Erdbeben.

Ist dem Erstversicherer das Risiko zu hoch, gibt er es oder Teile davon an Rückversicherer weiter. Diese bewegen sich üblicherweise ebenfalls im Rahmen fester Budgets. Weltmarktführer ist der Dax-Konzern Münchener Rück, aber auch die Swiss Re und die Hannover Rück zeichnen Risiken. Auch Investor Warren Buffett ist über sein Beteiligungsholding Berkshire Hathaway ein großer Spieler in der Branche.

Reichen die Risikobudgets der Versicherer nicht aus, müssen sie die Verluste zunächst tragen und streben danach an, im nächsten Jahr dafür die Prämien, sprich die Preise, zu erhöhen. In dem Markt tummeln sich aber in Nullzinszeiten auch immer mehr externe Anbieter auf der Suche nach Rendite, so dass es zunehmend schwieriger wird für die etablierten Gesellschaften, die Preise zu erhöhen. Selektion ist daher Trumpf. Hurrikan "Katrina" hat 2005 übrigens jedes Budget gesprengt.

dpa/rm