Matthias Zachert, Lanxess

Ausblick angehoben Lanxess liefert nicht genug?

Stand: 15.11.2017, 09:28 Uhr

Das Spezialchemie-Unternehmen hat seine Hausaufgaben gemacht: Die Zahlen zum dritten Quartal zeigen pralles Umsatzwachstum. Die Übernahme des US-Konzerns Chemtura scheint zudem gut verdaut. Dennoch verliert die Aktie.

Das Papier des MDax-Unternehmen rutscht am Morgen in einem wackeligen Gesamtmarkt deutlich abwärts. Die Anleger hatten offenbar mehr als die guten Zahlen erwartet, die das Unternehmen am Morgen präsentiert hatte. Lanxess hat im abgelaufenen Quartal seine Erlöse von 1,92 auf 2,4 Milliarden Euro gesteigert, ein Plus von 25,1 Prozent. Vor allem der Bereich Enigeering Materials wuchs überdurchschnittlich - für den Umsatzsprung von 36 Prozent ist die Übernahme des Konkurrenten Chemtura hauptveranwortlich. Aber auch fast alle anderen Geschäftsbereiche wuchsen prozentual zweistellig.

Lanxess hatte in den vergangenen Monaten seine Produktion für Chromchemikalien und Schmierstoff-Vorprodukte konsolidiert. So wurde etws das Randgeschäft mit Chlordioxid-Desinfektionslösungen an die kanadische Superior Plus Corp. verkauft.

Strategie zahlt sich aus

Laut Vorstandschef Matthias Zachert ist "Lanxess gut in Fahrt. Unser klarer strategischer Fokus auf margenstarke Spezialchemie zahlt sich zunehmend aus". Operativ sei man gut unterwegs, und alle Regionen und alle Spezialchemie-Segmente verzeichneten deutliche Ergebniszuwächse

Tatsächlich legte das Ebitda vor Sondereinflüssen (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) um 35 Prozent auf 347 Millionen Euro zu. Neben den Ergebnisbeiträgen der übernommenen Chemtura-Geschäfte waren hierfür auch gestiegene Absatzmengen verantwortlich.

Unter dem Strich ging das Konzernergebnis wegen Sonderaufwendungen auf 55 Millionen Euro nach 62 Millionen Euro im Vergleichsquartal zurück Bereinigt um diese Effekte stieg esallerdings um 37,7 Prozent auf 106 Millionen Euro.

Mehr Ebitda erwartet

Für Anleger und Analysten hatte Zachert aber noch eine Erhöhung der Ergebnisprognose parat: So soll das Ebitda vor Sondereinflüssen auf 1,25 bis 1,3 Milliarden Euro im Gesamtjahr steigen. Das ist mehr als bislang erwartet und wäre ein neuer Rekord für das Unternehmen.

Die Lanxess-Aktie ist in den vergangenen Monaten recht robust nach oben marschiert. Auf Sicht von zwölf Monaten hat der Titel rund 14 Prozent gewonnen. Das ist allerdings nur halb so viel wie der Vergleichsindex MDax.

AB