Lanxess-Zentrale in Köln

Mauer Ausblick Lanxess: Jetzt kommt die Enttäuschung

Stand: 15.03.2018, 09:27 Uhr

Der Chemiekonzern Lanxess stellt sich schlanker auf - und sorgt mit seinem Ausblick prompt für Enttäuschung. Dabei ist die Aktie bereits seit Januar unter Druck.

Am Morgen verliert die Lanxess-Aktie zunächst 4,7 Prozent, bevor sie sich etwas erholen kann. Grund für die Schwäche des Papiers ist der verhaltene Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr. Danach erwartet das Kölner Unternehmen für 2018 insgesamt nur einen leichten Anstieg des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereinflüssen. Einen konkreten Ausblick will Lanxess mit Vorlage der Zahlen vom ersten Quartal am 4. Mai geben.

2017 lag das Ebitda ohne Berücksichtigung des Kautschuk-Geschäfts bei 925 Millionen Euro. Mit dieser in ein Gemeischaftsunternehmen mit Aramco eingebrachten Sparte (Arlanxeo) waren es 1,29 Milliarden Euro, knapp 30 Prozent mehr als 2016. Damit traf das 2005 von Bayer abgespaltene Unternehmen seie prognostizierte Bandbreite (1,25 bis 1,3 Milliarden Euro) am oberen Ende.

Überschuss geschrumpft

Der Umsatz wuchs 2017 um gut ein Viertel auf 9,66 Milliarden Euro. "Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir strategisch und operativ viel erreicht", erklärte Konzernchef Matthias Zachert. "Damit haben wir eine starke Basis für die Zukunft gelegt." Zu der Entwicklung trugen demnach gesteigerte Absatzmengen sowie ein gutes Geschäft der im vergangenen Jahr erworbenen Tochter Chemtura bei, ein Hersteller von Flammschutz- und Schmierstoffzusätzen.

Die Integration von Chemtura kostete aber zunächst Geld. Hinzu kam eine einmalige Belastung durch die US-Steuerreform. Unter dem Strich verdiente Lanxess daher mit 87 Millionen Euro fast 55 Prozent weniger als im Vorjahr. Bereinigt um diese und einige andere Effekte legte der Überschuss um 54 Prozent auf 379 Millionen Euro zu. Die Anleger will Lanxess mit einer Erhöhung der Dividende um 10 Cent auf 80 Cent bei Laune halten.

Arlanxeo wird nicht mehr ausgwiesen

Ab dem zweiten Quartal 2018 will Lanxess ohne das Gemeinschaftsunternehmen bilanzieren. Lanxess hatte das Kautschuk-Geschäft im Zuge der Neuausrichtung unter Konzernchef Matthias Zachert in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem weltgrößten Öl- und Energiekonzern Saudi Aramco eingebracht. Wegen der starken Abhängigkeit von der Auto- und Reifenindustrie hatte es die Kölner immer wieder belastet.

Auch 2017 machten sich bei Arlanxeo ein harter Wettbewerb, hohe Rohstoffpreise und der schwache Dollar bemerkbar. Das Ebitda des Joint-Ventures vor Sondereinflüssen stieg trotz eines Umsatzsprungs nur leicht.

lg