Apple-Logo am Moscone Center in San Francisco

Trotz Fortnite-Battle Apple knackt bald die zwei Billionen

Stand: 14.08.2020, 07:07 Uhr

Der Streit mit den Fortnite-Machern Epic Games über die Preise im Apple-App-Kosmos scheint die Anleger nicht zu berühren: Nur noch wenige Dollar trennen Apple von einem Börsenwert von zwei Bilionen Dollar. Das gab es noch nie.

Mit einem Plus von 1,8 Prozent auf 460,4 Dollar ging die Apple-Aktie gestern an der Wall Street aus dem Handel. Es fehlen jetzt noch rund sieben Dollar, dann wäre Apple an der Börse 2.000 Milliarden Dollar wert. Noch nie gab es ein Unternehmen mit einer derart hohen Marktkapitalisierung. Allein in den vergangenen zwölf Monaten legten die Titel um fast 130 Prozent zu.

Als Grund für die gestrigen Kursaufschläge wird genannt, dass Apple Medienberichten zufolge Abomodelle für einige Digitalangebote des Konzerns plane. Aber da Technologietitel derzeit als Profiteure der Corona-Krise gehandelt werden und schon seit Monaten zulegen, sind besondere Gründe vermutlich kaum notwendig, um die Investoren zugreifen zu lassen.

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Tradegate für den Zeitraum 1 Jahr
Kurs
97,26
Differenz relativ
+0,47%

Fortnite-Battle mit Apple und Google

Denn es ist nicht so, dass Apple keine Sorgen hat. Die Macher des populären Online-Spiels "Fortnite" legen sich in einer bisher einmaligen Kraftprobe mit Apple und Google an. Die "Fortnite"-Entwicklerfirma Epic Games will die App-Store-Regeln der Smartphone-Plattformen aufbrechen und führte auf Apples iPhone und iPad sowie auf Geräten mit dem Google-System Android die Möglichkeit ein, Inhalte in Umgehung der In-App-Käufe günstiger zu erwerben.

Die Reaktion kam prompt: "Fortnite" verschwand erst aus dem App-Store für Apples Mobil-Geräte und wenige Stunden später auch aus Googles Play Store. Epic reichte umgehend eine Klage gegen Apple ein.

Fortnite

Fortnite. | Bildquelle: picture alliance / AA

Epic rebelliert gegen das System

Bei dem Streit geht es im Kern um die 30 Prozent vom Preis, die Apple und Google bei In-App-Käufen einbehalten. Seit längerem gibt es Kritik an der Höhe der Abgabe - und im Fall von Apple auch daran, dass die Entwickler bei In-App-Käufen keine alternativen Bezahlwege anbieten können.

Epic möchte mit dem Vorstoß nun zum Wortführer einer Rebellion gegen das System werden. Die Firma ließ ihre Nutzer, die auf iPhones und iPads spielen, wissen, dass selbst wenn sie schon die App auf ihren Geräten haben, neue Inhalte der nächsten "Season" von "Fortnite" ihnen verwehrt bleiben werden. Und Epic rief die Kunden auf, sich bei Apple mit dem Hashtag #FreeFortnite zu beschweren. Fortnite wird nach Angaben von Epic von mehr als 350 Millionen Spielern genutzt.

Bitte an die Regeln halten, die wir aufstellen

Für Nutzer von Android-Geräten ist die Situation etwas anders: Google lässt dort Apps nicht nur aus dem hauseigenen Play Store, sondern auch aus anderen Quellen laden. Apple lehnt diesen Ansatz unter Verweis auf potenzielle Risiken für Nutzer durch präparierte Apps ab.

Apple verwies darauf, dass Epic gegen die App-Store-Regeln verstoßen habe. "Sie gelten gleichermaßen für jeden Entwickler und dienen dazu, den Store sicher für unsere Nutzer zu halten." Epic habe die neue Funktion mit der Absicht eingeführt, die Richtlinien zu verletzen. Google betonte jedenfalls, Entwickler müssten sich an die Regeln halten, um im Play Store zu bleiben. In den vergangenen Jahren hatte Epic "Fortnite" auf Android-Geräten bereits zeitweise am Play Store vorbei vertrieben.

ts/dpa-AFX