Kraft Foods-Produkte und Heinz Ketchup-Flasche

Gefallener Engel Kraft Heinz: Licht am Ende des Tunnels?

Stand: 01.11.2019, 10:29 Uhr

Die Aktie des angeschlagenen Nahrungsmittelherstellers Kraft Heinz feiert derzeit ein fulminantes Comeback. Anleger setzen darauf, dass der neue Chef das Ruder rumreißen kann.

Die Papiere des Ketchup-Konzerns legten am Donnerstag an der Technologiebörse Nasdaq um 13 Prozent auf 32,33 Dollar zu. Damit notiert die Aktie sogar leicht über der noch stark fallenden 200-Tage-Linie, die derzeit bei 32,27 Dollar verläuft. Damit ist die Aktie aus einer monatelangen Seitwärtsbewegung nach oben ausgebrochen.

Anleger reagierten damit auf den neuesten Quartalsbericht nach einer Flut schlechter Nachrichten im Laufe des Jahres. Zwar sank das Ergebnis im dritten Quartal um neun Prozent auf 69 Cent je Aktie. Doch Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Wert von 54 Cent gerechnet. Der Umsatz ging um vier Prozent auf 6,1 Milliarden Dollar zurück.

Man mache "gute Fortschritte" bei der Identifizierung und Beseitigung der Ursachen für seine bisherige schlechte Geschäftsentwicklung, sagte der seit April amtierende Miguel Patricio. Es gebe noch viel zu tun, man sei aber zuversichtlicher, einen Turnaround zu schaffen und langfristig wieder Wachstum und Rentabilität zu erreichen.

Ein Horrorjahr für Kraft Heinz

Kraft Heinz hatte im Juni eine 16 Milliarden Dollar hohe Abschreibung auf den Wert von wichtigen Konzernmarken wie Kraft und Oscar Meyer, einem Fleisch- und Wursthersteller, vorgenommen. Kurz darauf hatte sich das Management geweigert, überhaupt Prognosen für die Zukunft abzugeben. Dann musste der Konzern die Veröffentlichung seiner Jahreszahlen für 2018 verschieben. Als Grund für die Verzögerung nannte Kraft Heinz interne Untersuchungen im Zusammenhang mit den Abschreibungen.

Doch nun scheint Patricio das Ruder rumreißen zu können. Mit Konsumgüterkonzernen hat Miguel Patricio bereits langjährige Erfahrung. In seiner Karriere arbeitete für Konzerne wie Coca-Cola und Philip Morris. Zuletzt war der Chef des Marketings bei Anheuser-Busch InBev.

Die Kursgewinne dürften auch Berkshire Hathaway erfreuen, die Investmentholding von Multimilliardär Warren Buffett. Berkshire hält einen Anteil von rund 26,7 Prozent an Kraft Heinz.

ME