K+S-Abraumhalde

Verkauf des US-Salzgeschäfts steht bevor Anleger feiern K+S

Stand: 05.10.2020, 09:25 Uhr

Die Aussicht auf einen baldigen Verkauf des amerikanischen Salzgeschäfts treibt die Aktien von K+S nach oben. Die Aktie des Düngemittel- und Salzproduzenten kann frischen Schwung dringend gebrauchen.

Mit einem Aufschlag von mehr als 14 Prozent auf rund 7,00 Euro führen die Aktien von K+S den MDax an. Im Verlauf der vergangenen zwölf Monate hatte das Papier mehr als 50 Prozent eingebüßt. Wenn man den Zeitraum vergrößert, werden die Kursverluste wirklich gigantisch: Im Jahr 2008 mussten Investoren zeitweise mehr als 90 Euro bezahlen, um sich eine Aktie ins Depot zu legen.

Ein guter Preis?

Aktueller Kurstreiber ist der mögliche Verkauf der US-Tochter Morton Salt. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg soll die US-Tochter Morton Salt für rund drei Milliarden Dollar oder umgerechnet knapp 2,6 Milliarden Euro an die Kissner Group gehen. Die Transaktion könnte bereits in dieser Woche besiegelt und bekanntgegeben werden, berichtete Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Einem Händler zufolge bewegen sich die Analystenschätzungen für den Verkaufspreis zwischen 2,0 und 2,7 Milliarden Euro. Laut Markus Mayer, Experte bei der Baader Bank, läge der Preis über den Durchschnittserwartungen des Marktes. "Alles in allem stützend", wertete der Händler die Nachrichten. Hinzu komme, dass die charttechnische Lage der Aktie aussichtsreich erscheine. Diese hatte zuletzt sowohl die 50- als auch die 90-Tage-Linie hinter sich gelassen.

K+S-CEO Dr. Burkhard Lohr.

Schuldenabbau soll voran gehen

K+S hatte das US-Unternehmen Morton Salt für rund 1,7 Milliarden Dollar gekauft und im März angekündigt, die Sparte wegen des hohen Schuldenbergs verkaufen zu wollen. Diesen hatten die Kasseler durch den milliardenteuren Bau eines Kaliwerks in Kanada angehäuft. Der Abbau der Schulden geriet auch wegen träger Geschäfte ins Stocken geriet.

Unter anderem durch den Verkauf des amerikanischen Salzgeschäfts soll die Verschuldung bis Ende 2021 früheren Angaben zufolge um deutlich mehr als 2 Milliarden Euro abgebaut werden.

Der bei der Ankündigung umfassender Maßnahmen im Dezember ebenfalls in Betracht gezogene Teilverkauf der Sparte Europa+, zu der auch das neue kanadische Kaliwerk Bethune zählt, ist damit vom Tisch.

ts