K+S Kali GmbH Kammer des K+S-Salzbergwerkes in Bernburg
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Kein Börsengang, mehr Gewinn K+S bringt sich in Form

Stand: 09.10.2017, 09:23 Uhr

"Shaping 2030" - was nach Fitnessprogramm klingt, ist die neue Strategie des Salz- und Düngemittelherstellers K+S. Die bedeutet vier statt zwei Geschäftsfelder und vor allem: langfristig mehr Gewinn.

Das hört man an der Börse gern. Der Optimismus ist zurück bei K+S. Der Rohstoffkonzern will mit seiner neuen Unternehmensstruktur profitabler werden. Wie das Kasseler Unternehmen am Montag anlässlich seiner neuen Unternehmensstrategie mitteilte, will es im Jahr 2030 ein Betriebsergebnis (Ebitda) von drei Milliarden Euro sowie eine Kapitalrendite (ROCE) von mindestens 15 Prozent erzielen. Das ist ordentlich, 2016 betrug das Ebitda 519 Millionen Euro.

Im August noch, bei der letzten Quartalsbilanz hatte K+S zum Rückmarsch geblasen und seine Ziele für das Jahr 2020 gekippt. Die hatten ursprünglich ein Ebitda von rund 1,6 Milliarden Euro bis zum Jahr 2020 vorgesehen. Doch weil die Kalipreise nicht in die gewünschte Richtung liefen, musste sich der Konzern davon verabschieden.

"One company", vier Bereiche

Gut zwei Drittel des dafür notwendigen Wachstums will K+S durch die Weiterentwicklung des bestehenden Geschäfts und die Optimierung von Organisation und Prozessen erreichen. Geplant ist, den Konzern auf Kundensegmente wie Agrar oder Industrie statt auf die beiden großen Produktgruppen Kali und Salz auszurichten. Künftig gibt es die vier Kundensegmente Agriculture, Industry, Consumers und Communities.

»Die konsequente Ausrichtung auf unsere Kunden und die Entwicklung unseres Unternehmens zur „One Company“ ist eine wichtige Veränderung für K+S. Dies bedeutet auch einen Kulturwandel, denn die Perspektive auf unser Geschäft und die Art, wie wir zusammenarbeiten, wird sich verändern.«

K+S-Chef Burkhard Lohr

Börsengang des Salzgeschäfts?

Die neue Strategie ist auch ein klares Bekenntnis zum Salz-Geschäft. Marktbeobachter hatten zuvor spekuliert, dass sich das Unternehmen von der Sparte trennen und sie an die Börse bringen könnte. Doch zuletzt war nicht mehr von einem Börsengang die Rede. "Einen Salz-IPO wird es nicht geben", hatten Insider der Nachrichtenagentur Reuters gesagt.

K+S habe einen Börsengang des Salzgeschäfts durchgespielt, doch er mache strategisch keinen Sinn und rechne sich auch nicht.

Der Konzern äußerte sich auch positiv zum im Mai eröffneten Werk Bethune in Kanada produziert, das inzwischen die ersten Tonnen verkaufsfähiges Kali produziert.

»Mit der Inbetriebnahme des Bergwerks Bethune in Kanada haben wir einen wichtigen Meilenstein erreicht. Es war jetzt der richtige Zeitpunkt, ein klares Bild davon zu entwickeln, wie K+S im Jahr 2030 aufgestellt sein soll. Dazu haben wir alle Wachstumsoptionen ohne Denkverbote geprüft. „Shaping 2030“ bietet langfristig das höchste Wertschaffungspotenzial bei gleichzeitig hoher Robustheit.«

Burkhard Lohr

K+S-Aktie unter Druck

Die K+S-Aktie hatte nach einer Rally seit Mitte August in der letzten Woche wieder etwas verloren. Auch heute steht der MDax-Titel im frühen Handel stark unter Druck. Die Strategie erscheine vernünftig, kommentierte das US-Analysehaus Bernstein Research. Die kurzfristigen Unternehmensziele entsprächen aber bestenfalls den Markterwartungen.

bs