Ein Mann bekommt eine Botox-Spritze in die Stirn

Evolus bekommt Zulassung für neues Mittel Konkurrenz für Botox im Kampf gegen Falten

Stand: 04.02.2019, 15:26 Uhr

Bisher hat noch kein Antifaltenmittel auch nur ansatzweise an den Botox-Erfolg anknüpfen können. Nun droht der bekannten Spritze erstmals seit der Einführung Konkurrenz - zum Leid des gebeutelten US-Herstellers Allergan.

Eine Botox-Spritze gegen Falten.

Botox-Spritze. | Quelle: picture-alliance/dpa

Im vergangenen Jahr hatte die US-Gesundheitsbehörde FDA den Faltenglätter Jeuveau von Evolus noch abgelehnt. Nun bekam die kalifornische Firma aber die Zulassung für ihr neues Produkt. "Evolus ist das erste Unternehmen seit fast einem Jahrzehnt, das in den schnell wachsenden US-Markt für ästhetisches Neurotoxin eintritt", sagte Evolus-Chef David Moatazedi.

Das Unternehmen erwartet, dass sein Produkt 20 bis 25 Prozent weniger als Botox kosten und in den USA ab Frühjahr dieses Jahres verfügbar sein wird. Nicht nur die Welt der Reichen und Schönen horcht auf, auch die Börse reagiert begeistert. Investoren und potenzielle Kunden scheinen an den Erfolg zu glauben.

Die Evolus-Aktien stiegen am Montag im vorbörslichen Handel an der Wall Street zeitweise um nahezu ein Drittel auf 24,18 Dollar. Sie waren damit größter Gewinner und der am drittstärksten gehandelte Wert unter den US-Aktien. Auch an der Tradegate kletterten die Papiere in der Spitze um mehr als 26 Prozent.

Botox ist seit 2002 auf dem Markt. Der irische Hersteller Allergan setzte mit dem Mittel im vergangenen Jahr knapp 3,6 Milliarden Dollar um, ein Anstieg von 9,4 Prozent zum Vorjahr. Konkurrenzprodukte wie Dysport von Nestle Skin Health oder Xeomin von der Frankfurter Merz Pharma konnten bislang nicht mit Botox mithalten.

Allergan in der Krise

Ein Erfolg von Jeuveau wäre ein weiterer Nackenschlag für den Botox-Produzenten Allergan. Das Unternehmen hat schwierige Jahre hinter sich. Seit dem Rekordhoch von 339,50 Dollar im Juli 2015 befindet sich die Aktie auf Talfahrt und liegt aktuell bei 144,07 Dollar an der New Yorker Börse - ein Rückgang von rund 57,6 Prozent.

Allein seit Anfang Oktober büßte der Titel um mehr als ein Viertel an Wert ein. In der vergangenen Woche gab Allergan bekannt, den Plan zum Verkauf des Gesundheitsgeschäfts für Frauen zurückzustellen. Die Umstrukturierung hätte offenbar sechs Milliarden eingebracht, hatte der Konzern noch im Mai angekündigt.

Und auch die Geschäftszahlen enttäuschten die Anleger. Die Erlöse aus dem zweitgrößten Verkaufserzeugnis Restasis gegen trockene Augen sank um 17,7 Prozent und auch das operative Ergebnis litt zuletzt. Außerdem gab der Konzern einen schwachen Ausblick für das laufende Jahr. Die Erwartungen von Analysten wurden deutlich verfehlt.

tb