Boris Johnson

Pfund legt etwas zu Kommt Johnson zur Vernunft?

Stand: 09.09.2019, 11:46 Uhr

Der britische Premierminister Boris Johnson sorgt weiter für viel Aufregung auf dem Kontinent, wo seine Vorstellungen vom Brexit auf Unverständnis stoßen. Neue Äußerungen aus London sorgen am Montag aber für Hoffnung.

So äußerte sich Boris Johnson zuversichtlich, bis zum EU-Gipfel Mitte Oktober eine Einigung über die künftigen Beziehungen seines Landes zur Union zu finden. Außerdem betonte er, dass es keine Grenzkontrollen zwischen der britischen Provinz Nordirland und der Republik Irland geben werde.

Die Frage nach dem dem künftigen Grenzregime in dieser Region ist der Knackpunkt der bisherigen Verhandlungen. Johnsons irischer Kollege Leo Varadkar sagte, auch er hoffe auf eine Einigung bis zum EU-Gipfel. Es gebe gewisse Gemeinsamkeiten. Das Hin und Her im Brexit-Streit hält Pfund-Anleger auf Trab. Die britische Währung verteuerte sich am Montagvormittag nach anfänglichen Verlusten auf 1,2312 Dollar.

"Offener Gesetzesbruch"

Johnson sagte außerdem, dass er durch die jüngsten Schlappen im Unterhaus nicht eingeschüchtert sei. Damit schürte er Spekulationen, er werde das Gesetz, das ihn zu einem Antrag auf einen erneuten Brexit-Aufschub bei der EU verpflichtet, ignorieren.

"Klar, man kann jetzt argumentieren, dass ein offener Gesetzesbruch durch die Regierung Ihrer Majestät weiterhin ein unwahrscheinliches Szenario bleibt", sagte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. "Doch muss sich jeder fragen, wie sinnvoll Wahrscheinlichkeitsaussagen im Zusammenhang mit Brexit sind.

Britische Wirtschaft wächst wieder

FTSE 100: Kursverlauf am Börsenplatz BNP Paribas für den Zeitraum 1 Jahr
Kurs
7.210,57
Differenz relativ
-0,52%

Der britischen Wirtschaft hat das Hick-Hack in Sachen Brexit zuletzt nicht geschadet. Die Wirtschaftsleistung legte im Juli zum Vormonat um 0,3 Prozent zu, wie aus den am Montag vorgelegten Daten des Statistikamts ONS hervorgeht. Dies ist der stärkste Anstieg seit Januar und mehr als Ökonomen erwartet hatten, die lediglich mit einem Plus von 0,1 Prozent rechneten. Nimmt man die Daten von Mai bis Juli zusammen, ergibt sich eine Stagnation im Verhältnis zu den vorangegangenen drei Monaten. Der starke Auftakt ins dritte Quartal dürfte bestehende Rezessionsängste etwas dämpfen.

Inmitten der Brexit-Unsicherheit war die Wirtschaft im Frühjahr um 0,2 Prozent geschrumpft. Für das dritte Quartal sagt die Notenbank in London allerdings eine Rückkehr zum Wachstum voraus. Trotz des Widerstands im Parlament will Premier Boris Boris Johnson sein Land Ende Oktober aus der EU herauslösen.

lg/rtr/dpa