Bezahlen mit dem Apple iPhone

Warten hat offenbar ein Ende Kommt Apple Pay in Kürze?

Stand: 12.11.2018, 13:04 Uhr

Bereits im Juli hatte Apple-Chef Tim Cook angekündigt, Apple Pay bis Ende des Jahres nach Deutschland zu bringen. Nun dürfen sich iPhone- oder Apple Watch-Nutzer freuen: Laut Medienspekulationen könnte es in Kürze so weit sein. Wir klären die nötigen Fragen rund um den neuen Bezahldienst.

In der vergangenen Woche stellte der iPhone-Hersteller die offizielle deutsche Internetseite seines Bezahldienstes online. Den genauen Termin verschweigt der Konzern, lediglich "Kommt bald" ist zu lesen. Damit stachelt Apple aber die Gerüchte um einen baldigen Start hierzulande an. Denn Deutschland ist eines der letzten Länder in Westeuropa ohne Apple Pay.

Was ist Apple Pay?

Apple Pay ist ein Zahlungssystem über das iPhone oder die Smart Watch. Statt einer EC-, einer Kreditkarte oder Bargeld können Kunden im Supermarkt oder in Geschäften direkt über die kabellose NFC-Technologie (near field communication) mit ihrem Gerät zahlen. Entsprechende Chips können Daten auf kurze Strecken mittels elektromagnetischer Induktion übertragen. Mobilfunkempfang müssen die Nutzer dabei nicht haben.

NFC - mobiles Bezahlen

NFC - mobiles Bezahlen. | Bildquelle: Imago

Auch beim Online-Shopping mit dem Internetbrowser Safari können Apple-Kunden über ihren Mac oder das iPad per Apple Pay bezahlen. In den USA ist es sogar möglich, mit Apple Pay Cash Geld per Nachrichten-App zu schicken.

In welchen Ländern gibt es schon Apple Pay?

"Apple Pay ist mittlerweile in 24 Märkten weltweit mit über 4.900 Bankpartnern aktiv, und wir freuen uns darauf, Deutschland noch in diesem Jahr hinzuzufügen", sagte Apple-Chef Tim Cook bei der Präsentation der Geschäftszahlen Ende Juli. Gestartet war das Bezahlverfahren auf dem Apple-Heimatmarkt in den USA - bereits vor vier Jahren. Der Sprung nach Europa ließ nicht lange auf sich warten: Als zweites Land kam Apple Pay nach 2015 Großbritannien. 2018 ist Apple Pay unter anderem in Frankreich, Italien, Polen, der Schweiz und Spanien verfügbar. Auch in Belgien soll das Zahlungssystem nach Angaben lokaler Medien im November starten.

Wieso kommt der Bezahldienst so spät nach Deutschland?

Neben zähen Verhandlungen mit den deutschen Finanzinstituten gilt besonders die hohe Bargeldhaltung der Deutschen als Grund für die späte Aktivität hierzulande. In kaum einem Land ist die Vorliebe für die Barzahlung so groß wie in Deutschland. Laut einer Studie der EZB von 2017 werden rund 80 Prozent aller Zahlungen an der Kasse in bar getätigt. In den Niederlanden beispielsweise sind es nur noch 45 Prozent. Außerdem scheinen deutsche Kunden auch bei bargeldlosem Bezahlen eher auf Girokarten statt auf Kreditkarten zu setzen - diese waren allerdings zunächst Voraussetzung für Apple Pay.

Was macht die Konkurrenz?

Die Konkurrenz könnte für den Durchbruch in Deutschland gesorgt haben. Apple steht nämlich seit diesem Sommer unter Druck: Ihr schärfster Konkurrent Google startete seinen Bezahldienst Google Pay im Juni und hat sowohl mehr Banken für die Zusammenarbeit gewonnen als auch den Online-Marktführer PayPal dem Unternehmen weggeschnappt. Ein riesiger Vorteil, denn so können ihre Kunden auch kontaktlos bezahlen, wenn ihre jeweilige Bank nicht mitmacht.

Wie können Kunden Apple Pay nutzen?

Apple Pay Bezahlfunktion

Apple Pay Bezahlfunktion. | Bildquelle: Unternehmen

Zunächst müssen die iPhone-Inhaber ihre Kredit- und EC-Karten auf die vorinstallierte App Wallet laden. Zum Bezahlen halten die Nutzer ihr Gerät im Geschäft an das Terminal. Mittlerweile unterstützt ein Großteil der Läden in Deutschland bei ihrer Kassentechnik den NFC-Funk. Prinzipiell funktioniert Apple Pay dadurch fast überall: in Restaurants, Tankstellen oder auch im öffentlichen Nahverkehr. Allerdings verweist Apple auf ihrer neuen Infoseite auf die Unterstützung der Discounter Aldi, Lidl und Netto, diverser Bäckereien, Galeria Kaufhof, Saturn sowie Starbucks oder Burger King.

Eine Einschränkung müssen Kunden jedoch beachten. Ob sich eine Kreditkarte in Apples digitaler Geldbörse Wallet einlesen lässt, hängt davon ab, ob Apple mit der Partnerbank kooperiert. Die Mastercard der Sparkasse etwa wird zumindest zum Start nicht funktionieren. Eine Liste veröffentlichte Apple auf ihrer Website.

Welche Banken machen mit?

Schon im Sommer hatten erste Banken und Finanzdienstleister angekündigt, den Dienst zu unterstützen. Mit dabei sind Deutsche Bank, N26, HypoVereinsbank, Comdirect, Fidor und Hanseatic Bank. Außerdem tauchen die Logos von Mastercard, Visa, American Express und weiterer Bezahldienste auf. Karten lassen sich einfach in Wallet registrieren, indem die Nutzer die Karte abfotografieren.

In welchen Apps kann Apple Pay genutzt werden?

Apple Pay kann auch in einigen Apps verwendet werden. In welchen, schreibt Apple ebenfalls auf der neuen Website: Versandhändler, Essenslieferanten, Fluggesellschaften, Taxianbieter, Fernbusgesellschaften und Hotelvermarkter sind darunter.

Ist das Ganze sicher?

In Deutschland scheint die Skepsis gegenüber digitalen Zahlungsmethoden anscheinend noch recht groß - besonders wegen des Datenschutzes. Doch gerade damit wirbt der Branchenriese Apple. Beim Bezahlen würden die Nummern der Karten weder auf den Servern gespeichert noch an die Verkäufer weitergegeben werden. Die Karte bleibt anonym. Außerdem verlangt das iPhone im Gegensatz zu einer herkömmlichen Kreditkarte eine Authentifizierung per Face- oder Touch-ID. Erst danach wird die Zahlung abgewickelt.

tb