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Aktie an einem Tag verdoppelt Kodak auf der Krypto-Welle

Stand: 10.01.2018, 08:10 Uhr

Der altehrwürdige Foto- und Druck-Spezialist hat sich offenbar wieder einmal neu erfunden: Mit der Ankündigung einer eigenen Kryptowährung für Fotografen hat das Unternehmen Investoren elektrisiert. Die Aktie legte gestern Abend um mehr als 120 Prozent zu.

Von drei Dollar auf 6,80 Dollar schoss der Kurs des Unternehmen mit dem großen Namen bis zum Handelsschluss in New York nach oben. Kodak hatte zuvor angekündigt, eine Plattform zu starten, auf der Fotografen ihre Autorenrechte absichern und Fotos vermarkten können. Dazu will das Unternehmen ab Ende Januar die Blockchain-Technologie nutzen, auf der auch die Kryptowährung Bitcoin basiert. Die Vergütung der Fotografen soll danach in einer eigenen Kryptowährung erfolgen.

Kodakone und Kodakcoins

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ARD-Börse: Kodak setzt auf Krypto-Coin

Technisch ermöglicht werden soll dieses Projekt über eine Partnerschaft mit dem Unternehmen Wenn Digital, mit dem auch die auf den Fotobereich spezialisierte Kryptowährung entwickelt werden soll, das berichtet das US-Branchenmagazin "Techcrunch". Die digitale Währung soll den Namen Kodakcoin tragen. Damit sollen Fotografen und Agenturen mehr Kontrolle beim Management ihrer Bildrechte erhalten.

Abgewickelt und archiviert werden sollen die Transaktionen und Rechte auf einer so genannten "Kodakone"-Plattform. Hier können Fotografen ein verschlüsseltes digitales Konto eröffnen, in dem ihre Urheberschaft belegt wird und in dem sie ihre Fotos registrieren können. Die Plattform soll dann eine sichere Methode der Bezahlung für die Bildlizenzen ermöglichen, bei der die Fotografen auf die Blockchain-Technologie vertrauen sollen, so Kodak am Abend.

Blockchain archiviert Bildrechte

Kodakone durchsucht fortlaufend das Internet auf der Suche nach Rechteverletzungen im Bildbereich. Werden solche Verstöße entdeckt, sollen die Rechte nachträglich lizenziert werden. Diese sollen dann in Kodakcoins bezahlt werden. Ein so genanntes "ICO", ein Initial Coin Offering, für die Plattform und die Ausgabe der Kodakcoins soll am 31. Januar über die Bühne gehen.

Pleite 2012, Börsengang 2013

Eastman Kodak, das als Fotoentwickler einst sogar dem Dow-Jones-Index angehörte, war 2012 in die Insolvenz gegangen und hatte sich neu formiert. Als Drucktechnik-Anbieter für Unternehmen hatte der Konzern zuletzt ein Nischendasein gefristet. Die Aktie hatte seit dem erneuten Börsengang im Jahr 2013 fast 90 Prozent ihres Wertes eingebüßt. Nun hat sich Kodak selbst neues Leben eingehaucht.

AB

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