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Aktie verliert Knorr: Bremse im Auftragsbuch

Stand: 27.11.2019, 09:27 Uhr

Der Bremsenhersteller Knorr-Bremse enttäuscht die Börse mit seinen jüngsten Quartalszahlen. Die Analystenerwartungen wurden unterboten.

Das MDax-Mitglied konnte seinen Umsatz von Juli bis September um 2,4 Prozent auf 1,71 Milliarden Euro verbessern. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um 6,7 Prozent auf 313 Millionen Euro zu. Allerdings lagen die Bayern bei beiden Werten unter den Erwartungen der Analysten. Die Ebitda-Marge kletterte um 0,5 Prozentpunkte auf 18,3 Prozent. Der scheidende Finanzchef Ralph Heuwing nannte als einen Grund für die Ergebnissteigerung erste positive Effekte durch die im Sommer gestarteten Effizienzverbesserungen. Außerdem sorgten nach wie vor das Nordamerika- und Asiengeschäft für Rückenwind.

Eine unschöne Entwicklung gab es allerdings beim Neugeschäft. Der Auftragseingang ging um rund zehn Prozent zurück.

Heuwing zeigte sich ungeachtet dessen zufrieden, verwies jedoch auch auf steigende Unsicherheiten im Nutzfahrzeug-Segment. Seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr bestätigte Knorr-Bremse. Demnach erwartet das Traditionsunternehmen weiterhin einen Umsatz von 6,875 bis 7,075 Milliarden Euro und eine Ebitda-Marge in einer Bandbreite von 18,5 bis 19,5 Prozent.

Der neue Vorstandschef Bernd Eulitz äußerte sich noch nicht zum Zahlenwerk. Der ehemalige Linde-Manager ist er seit Anfang November im Amt. Er folgt auf Klaus Deller, der im April im Streit mit Mehrheitsaktionär Heinz-Hermann Thiele zurückgetreten war.

Der "Patriarch" Thiele hatte in den vergangenen Jahren bereits eine ganze Reihe von Vorstandschef verschlissen - trotz guter Geschäftszahlen. Trotz seiner 78 Jahre ist Thiele, der offiziell "nur" ein einfaches Aufsichtsratsmitglied ist, offenbar noch sehr aktiv im operativen Geschäft.

Analysten unentschieden

Die Schweizer Großbank UBS hat die Einstufung für Knorr-Bremse nach Zahlen auf "Neutral" mit einem Kursziel von 95 Euro belassen. Analyst Sven Weier schrieb in einer ersten Reaktion am Mittwoch von gespaltenen Gefühlen. Die Bestätigung der Jahresziele des Bremssystem-Spezialisten dürfte zwar für gewisse Erleichterung sorgen. Der Ausblick für das kommende Jahr dürfte aber die Gewinnerwartungen um etwa fünf Prozent drücken. Es bleibe abzuwarten, ob die vergleichsweise günstige Bewertung der Aktien dies abfedern könne.

Die Knorr-Aktie reagierte mit Kursverlusten auf das Zahlenwerk. Auf Xetra rutschte der MDax-Titel zunächst um vier Prozent auf 85,41 Euro ab.

ME/dpa/rtr