Knorr-Bremse, Produktion in China

Geldregen aus München Lässt die Knorr-Dividende die Lufthansa fliegen?

Stand: 24.04.2020, 09:17 Uhr

Der Bremsenspezialist Knorr zahlt auch für das vergangene Jahr eine stattliche Dividende. Diese könnte über Umwege der Lufthansa zu Gute kommen.

Die Knorr-Aktionäre sollen trotz Kurzarbeit und Corona-Krise für das vergangene Geschäftsjahr eine Dividende von 1,80 Euro je Anteilschein erhalten und damit fünf Cent mehr als im Vorjahr. Vorstand und Aufsichtsrat wollen der Hauptversammlung am 30. Juni einen entsprechenden Vorschlag unterbreiten, teilte das MDax-Unternehmen mit. Damit hält Knorr-Bremse wie angekündigt trotz der Corona-Pandemie an seiner Dividendenpolitik fest.

Ein schöner Geldregen also für den mehr als 70-prozentigen Großaktionär KB Holding GmbH, ein Anlagevehikel von Heinz-Hermann Thiele. Nur rund 23 Prozent des Münchner Unternehmens sind im Streubesitz, knapp sechs Prozent halten institutionelle Investoren.

Thiele hatte bereits in der Vergangenheit ein Auge auf die Lufthansa geworfen und Mitte März bekannt gegeben, fünf Prozent an der Fluggesellschaft zu halten.

Dem Knorr-Großaktionär würden aus der Dividende seines Unternehmens mehr als 200 Millionen Euro zufließen. Dafür könnte Thiele bei einem Kurs von 7,80 Euro rund 26 Millionen Lufthansa-Aktien kaufen - das entspräche einem Anteil von 5,4 Prozent an der Fluggesellschaft. Allein durch die Knorr-Dividende könnte Thiele seinen zuletzt vermeldeten Lufthansa-Anteil in etwa verdoppeln.

Ein solches Investment würde die Lufthansa-Aktie sicherlich stützen. Etwaige Kapitalerhöhungen oder Staatsbeteiligungen könnten damit auf einem Niveau stattfinden, das für die bisherigen Aktionäre sicherlich erträglicher wäre. Denn die gefürchtete Verwässerung des Kapitals würde dann geringer ausfallen.

ME/dpa