Günther Jauch

Günther Jauch künftig Berater US-Finanzinvestor KKR schnappt sich „Stern TV“

Stand: 01.04.2019, 09:01 Uhr

Fernsehmoderator Günther Jauch verkauft seine TV-Produktionsfirma an KKR. Der US-Finanzinvestor schmiedet derzeit einen neuen Medienkonzern und plant, den deutschen TV-Markt mit Inhalten und Infotainment zu bespielen.

Jauchs Unternehmen i&u TV soll Teil der geplanten Film- und Fernseh-Produktions- und Vertriebsplattform werden, die KKR aus Tele München und der RTL-Tochter Universum Film geschmiedet hat.

i&u (Information und Unterhaltung) ist für die ehemals von Jauch moderierte Sendung „Stern TV“ bekannt, produziert aber unter anderem auch die ARD-Samstagabend-Show "Klein gegen Groß" mit Kai Pflaume und den RTL-Jahresrückblick "Menschen, Bilder, Emotionen" mit Jauch. Der Journalist, werde weiter als Berater und als Moderator für i&u tätig sein. Jauch erhofft sich von dem Verkauf "für i&u neue Chancen im TV-Markt und darüber hinaus".

Inhalte gesucht

Philipp Freise, Partner und Leiter des europäischen Investmentteams für Technologie, Medien und Telekommunikation bei KKR, kommentiert: „Wir setzen unsere ambitionierten Pläne konsequent um und kommen bei unserem Vorhaben, ein schlagkräftiges Content-Haus in der deutschen Film- und Fernsehindustrie aufzubauen, mit großen Schritten voran.“

KKR will unter Führung des Medienmanagers Fred Kogel ein unabhängiges Fernseh- und Film-Produktions- und Vertriebsunternehmen für den deutschsprachigen Raum aufbauen. KKR hofft, neben klassischen Fernsehsendern auch mit Streaming-Anbietern wie Amazon Prime und Netflix neu ins Geschäft zu kommen, die Programminhalten speziell für den deutschen Markt suchten.

Infotainment sei die Programmfarbe der Zukunft. Sie werde für die Kunden immer wichtiger, um bei Zuschauern ein unverwechselbares Profil zu schaffen, erklärte Kogel zum Kauf von i&u.    

Fred Kogel, Constantin-Medien

Der Medienmanager Fred Kogel. | Bildquelle: picture alliance / dpa

„Weiter Perlenfischerei betreiben“

Erst vor wenigen Wochen hatte KKR deshalb auch den Medienkonzern Tele München Gruppe übernommen. Dazu gehören neben einer gemeinsam mit Disney gehaltenen Beteiligung am Privatsender RTL II ein Großteil des Filmproduzenten Odeon Film und zahlreiche Tochterfirmen, darunter der TV-Sender Tele 5 und der Filmverleih Concorde. Tele München zählt zu den größten Filmlizenzhändlern in Europa.

KKR hält weiterhin Ausschau nach Übernahmen für seine geplante deutschsprachige Film- und Fernseh-Produktions- und Vertriebsplattform. Der zuständige KKR-Partner Philipp Freise hatte nach dem Erwerb von Tele München und Universum Film gesagt: „Wir werden weiter Perlenfischerei betreiben. Wir suchen zusätzliche Mittelständler, um weiter an unserer großen Plattform zu bauen.“  

Wie groß die Plattform werden soll, ließ Freise bislang offen. „Wir haben kein Maximalbudget dafür. Das ist ja eine lange Reise, auf die wir uns begeben - ähnlich wie wir es im Musikmarkt mit BMG gemacht haben." Der Musikrechte-Verlag BMG, den KKR von 2009 an mit zahlreichen Zukäufen ausgebaut hatte, ist für ihn das Vorbild für die Film-Plattform.

In der deutschen Medienbranche ist KKR als ehemaliger Eigentümer von ProSiebenSat.1 bekannt. 2013 verkaufte der Investor seine verbliebenen Anteile an dem TV-Konzern.

ts