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Angebot vorgelegt KKR bietet 63 Euro je Springer-Aktie

Stand: 12.06.2019, 09:34 Uhr

Der US-Finanzinvestor KKR bezahlt den Aktionären des Axel Springer-Konzerns eine Prämie auf den durchschnittlichen Kurs der letzten drei Monate von 31,5 Prozent. Gleichzeitig warnt Springer vor sinkenden Umsätzen und Ergebnissen.

Wegen einer schwächeren wirtschaftlichen Entwicklung und der Einführung einer Digitalsteuer in Frankreich seine Prognosen gesenkt. In dem in den vergangenen Jahren stark ausgebauten Digitalgeschäft kommen die Belastungen zum Tragen. Dort dürfte der Umsatz im günstigen Fall nur noch im niedrigen statt im mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen, das operative Ergebnis im mittleren einstelligen Prozentbereich sinken statt stabil zu bleiben.

Beim Jahresumsatz geht der Konzern nun von einem Rückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich aus, nachdem zuvor ein Erlös auf Vorjahresniveau in Aussicht gestellt wurde, wie Axel Springer am Morgen in Berlin mitteilte.

KKR macht Kaufangebot

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) dürfte nun ebenfalls im niedrigen einstelligen Prozentbereich sinken, statt auf Vorjahresniveau zu bleiben. Zudem werde die Wachstumsstrategie 2020 und die darin enthaltenen Investitionen zu einem deutlichen Rückgang des operativen Ergebnisses gegenüber dem laufenden Jahr führen, erst in den Jahren danach erwartet das Management Besserung.

Zudem teilte der Konzern mit, dass der Finanzinvestor KKR den Aktionären von Axel Springer 63 Euro je Aktie zahlen will. Das seien 31,5 Prozent mehr als der Durchschnittskurs der letzten drei Monate. Vorabend schloss die Aktie bei einem Kurs von 56 Euro. Dass KKR über einen Einstieg bei dem Konzern verhandelt, war bereits bekannt. KKR strebt eine Mindestannahmequote von 20 Prozent an.

Friede Springer und Matthias Döpfner bleiben drin

Die Familie des "Bild"- und "Welt"-Gründers Axel Springer hält eine Mehrheit an dem im MDax börsennotierten Unternehmen und nimmt das Angebot nicht an. Die Witwe des Verlagsgründers, Friede Springer, kontrolliert den Medienkonzern. Sie hält 37,5 Prozent. Dazu kommt ein direkt gehaltener Anteil von 5,1 Prozent. Auch ihr Vertrauter Mathias Döpfner behält seine Anteile. Er selbst hält 2,8 Prozent. Zusammen sind Friede Springer und Döpfner mit 45,4 Prozent beteiligt.

"Axel Springer profitiert von einem neuem strategischen und finanziellen Partner, der das langfristige Wachstum und die Investitionsstrategie unterstützt", hieß es in der Pressemitteilung. Im morgendlichen Handel steigen die Springer-Aktien um knapp 13 Prozent.

lg