Zwei rote Kion-Gabelstapler
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Übernahme kurbelt Quartalszahlen an Kion stapelt nicht zu hoch

Stand: 26.07.2017, 10:31 Uhr

Einige Beobachter hatten im Vorfeld der Geschäftszahlen des Gabelstapler-Spezialisten vor Gewinnmitnahmen gewarnt. Doch davon ist am Mittwochmorgen keine Spur.

Die Kion-Aktie legt im frühen Handel um 2,3 Prozent zu und ist damit stärkster Wert im MDax. Der Titel hatte in den vergangenen Wochen ein leichten Dämpfer erhalten, nun ist er wieder über die Marke von 70 Euro zurückgekehrt. Mit einem Wert von 71,49 Euro wurde zwischenzeitlich sogar ein neuer Rekordwert erreicht.

Hü der Hott bei der Aktie?

Analysten scheinen uneins, wie hoch die Aktie des einst von Linde abgespaltenen Unternehmens noch trägt. Während die Commerzbank sie mit dem Anlageurteil "reduce" und einem Kursziel von 54 Euro versieht, sprach DZ-Bank-Analyst Alexander Hauenstein von einem "guten Momentum" im klassischen Geschäft mit Gabelstaplern. Die Lage verbessere sich hier von Quartal zu Quartal. Der Analyst rät weiter zum "Kaufen" der Aktie mit einem fairen Wert von 74 Euro.

Die Geschäftszahlen des Wiesbadener Unternehmens künden weiter von robusten Zuwächsen. Vor allem dank der Übernahme des US-Konzern Dematic im vergangenen Jahr stieg der Umsatz um rund 50 Prozent auf 2,02 Milliarden Euro. Dematic hatte Kion 2016 für 2,1 Milliarden Dollar geschluckt. Die Firma ist auf Logistik-Dienstleistungen spezialisiert.

Dematic sorgt für zweites Standbein

In den Sparten "Trucks & Services", die das klassische Gabelstaplergeschäft sowie Lagertechnik und Dienste dazu umfasst, legten die Erlöse um acht Prozent auf 1,42 Milliarden Euro zu. Der Bereich Supply Chain, in dem die übernommene Dematic eine wichtige Rolle spielt vervielfachte ihren Umsatz von 27,8 auf 596 Millionen Euro. Kion hat damit gewissermaßen ein zweites Standbein.

Der Gewinn bei Kion erreichte mit 108 Millionen Euro im Quartal nicht ganz den doppelten Wert des Vorjahres (69 Millionen Euro).

Angesichts der prall gefüllten Auftragsbücher könnte die Geschäftsentwicklung auch im Gesamtjahr weiter mit den Erwartungen Schritt halten. Der Auftragseingang am Ende des zweiten Quartals lag bei 1,5 Milliarden Euro und damit um zehn Prozent höher als zu Beginn des Quartals. Entsprechend erwartet Kion im Gesamtjahr einen Konzernumsatz von 7,5 bis 7,9 Milliarden Euro und eine leicht höhere Ebit-Marge (Ergebnis vor Zinsen und Steuern im Verhältnis zum Umsatz) von 9,6 Prozent.

AB