Heck einer Lufthansa-Maschine und Mann mit grünen Ohrschützern
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Dividende bleibt stabil Teures Kerosin belastet Lufthansa

Stand: 14.03.2019, 09:10 Uhr

Der Ausbau der Billigtochter Eurowings lässt den Gewinn der Lufthansa leicht schrumpfen. Auch steigende Treibstoffkosten schlagen negativ zu Buche. Das Management will mit Kostensenkungen reagieren, die Anleger reagieren mit Aktienverkäufen.

Die Titel der Lufthansa geben um mehr als vier Prozent nach. In den vergangenen drei Monaten hatte die Aktie immerhin mehr als 17 Prozent zugelegt. Händler und Analysten äußerten sich enttäuscht über die Ergebnisse des vergangenen Jahres.

2018 steigerte die Lufthansa ihren Umsatz um sechs Prozent auf 35,8 Milliarden Euro. Der Nettogewinn ging um acht Prozent auf knapp 2,2 Milliarden Euro zurück. Damit verdiente der Dax-Konzern mehr als von Analysten erwartet. Das operative Ergebnis (bereinigtes Ebit) lag mit gut 2,8 Milliarden Euro rund vier Prozent niedriger als im Rekordjahr 2017. Die Anteilseigner sollen eine mit 80 Cent je Anteilsschein stabile Dividende erhalten.

Die Gründe für den Gewinnrückgang sind zum einen hohe Kosten für Treibstoff. Hinzu kommen noch außergewöhnlich viele Flugausfälle und der Ausbau der Billigflugtochter Eurowings, die die Kosten treiben. Eurowings soll 2019 die Wende schaffen und schwarze Zahlen schreiben, sagte ein Sprecher.

Konzernflotte wächst

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Und es könnte zu weiteren Übernahmen kommen: Die Lufthansa hat ihre frühere Tochter Condor im Auge. Deren Mutterkonzern Thomas Cook hat seine Ferienfluggesellschaften zum Verkauf gestellt. Zudem äußert Lufthansa am Langstreckengeschäft der Condor Interesse. Einer Komplettübernahme der Airline könnte allerdings das Kartellrecht im Wege stehen.

Nach Unternehmensangaben hat Lufthansa 2018 insgesamt 3,8 Milliarden Euro investiert, „ein Großteil davon in neue, kosten- und treibstoffeffizientere Flugzeuge“. 470 Millionen Euro resultierten dabei aus der veränderten Bilanzierung von Triebwerksüberholungen, wie das Management mitteilt. Die Konzernflotte sei um 35 auf 763 Flugzeuge zum Jahresende 2018 gewachsen. 

Lufthansa-Chef Carsten Spohr

Carsten Spohr. | Bildquelle: picture alliance / dpa

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Lufthansa-Chef Carsten Spohr peilt für 2019 ein operatives Ergebnis in der Spanne von 2,4 bis 3,0 Milliarden Euro an. Analysten rechnen bisher im Schnitt mit einem Wert auf Vorjahreshöhe also rund 2,8 Milliarden Euro. „Mit weiteren Kostensenkungen soll den erwarteten Mehrbelastungen aus höheren Treibstoffkosten bei den Airlines von insgesamt 650 Millionen Euro begegnet werden“, heißt es im Geschäftsbericht.

Zu Beginn des Jahres hatte Lufthansa die Treibstoffkosten-Prognose für 2019 gesenkt. Statt bis zu 7 Milliarden Euro, wie im Herbst vorhergesagt, ging der Vorstand im Januar nur noch von 6,3 Milliarden Euro aus. Aktuell sollen es zwischen 6,7 und 6,8 Milliarden Euro werden.  

ts