Fiat 500 Cult

Fünf-Jahres-Plan von FiatChrysler Keine Fiats mehr für Amerikaner?

Stand: 01.06.2018, 13:51 Uhr

Der fusionierte Autobauer FiatChrysler schrumpft seine italienische Kernmarke. Fiat wird bald wohl nicht mehr in den USA und China verkauft. Stattdessen setzt der Konzern stärker auf die Marke Jeep.

Der scheidende Konzernchef Sergio Marchionne enthüllte am Freitagvormittag auf dem Testgelände von Fiat in Balocco nahe Turin seinen Fünf-Jahres-Plan. Im Kern der künftigen Strategie steht vor allem die Marke Jeep. Der Absatz der Geländewagen soll sich bis 2022 auch dank neuer Elektromodelle verdoppeln.

Alfa Romeo und Maserati werden aufpoliert

Auch die beiden Luxus-Marken Alfa Romeo und Maserati sowie die noch recht junge Chrysler-Marke Ram sollen gestärkt werden. Dagegen soll die italienische Kernmarke Fiat künftig eine geringere Rolle spielen. Das Unternehmen erwägt angeblich einen Rückzug in den USA und China. Chrysler-Fahrzeuge sollen dagegen offenbar fast ausschließlich in den USA verkauft werden.

Maserati soll künftig Tesla Konkurrenz machen. Die Luxusmarke des Fiat-Chrysler-Konzerns will ein Elektrofahrzeug namens Alfieri auf den Markt bringen, das aus dem Stand binnen zwei Sekunden auf 100 Kilometer pro Stunde beschleunigen könne, verkündete Markenchef Timothy Kuniskis am Freitag in Balocco. "Ein vollelektrisches Superauto könnte so aussehen, als wollten wir Tesla angreifen. Das tun wir", sagte Kuniskis.

Die Fokussierung auf Nischenmarken gilt Beobachtern als elementares Vermächtnis des mächtigen Managers, der meist ohne Anzug im Pullover auftrat. Im kommenden Jahr legt Marchionne sein Amt nieder und verlässt das italienische Traditionsunternehmen.

Der Retter geht von Bord

Der Rechtsanwalt Marchionne war 2004 in der Zeit der höchsten Krise an die Fiat-Spitze gerückt. Der Konzern stand damals kurz vor dem Bankrott. Auf dem Balocco-Testgelände hatte er damals auch seinen ersten Überlebensplan für das Unternehmen aufgestellt, das heute wieder Geld verdient. Unter seiner Regie kam später auch die Übernahme des ebenfalls in Schwierigkeiten steckenden US-Autobauers Chrysler zustande, den Marchionne wieder aufbaute.

Sergio Marchionne, CEO, Fiat

Sergio Marchionne. | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Seine Idee, auch Opel mit in den Konzern zu holen, konnte der eigenwillige Italiener hingegen nicht verwirklichen. Dafür brachte er die Tochter Ferrari erfolgreich an die Börse. Letztes großes Ziel für den 65-Jährigen war es, den Konzern finanziell gesundet in neue Hände geben zu können. Das ist nun offenbar geglückt: "Wenn wir Ende Juni unsere Bücher schließen, wird unser Barmittelbestand wieder positiv sein", kündigte Marchionne an.

Aktien kommen in Fahrt

An der Börse kam der Fünf-Jahres-Plan gut an. Die Aktie zog in der Spitze um knapp vier Prozent an und näherte sich damit wieder dem Jahreshoch von 20,20 Euro. Seit dem Zusammenschluss von Fiat und Chrysler im Herbst 2014 stieg der Wert der Aktie um fast 350 Prozent und war damit der Outperformer in der Autobranche. Das Unternehmen kommt inzwischen wieder auf einen Börsenwert von etwas mehr als 30 Milliarden Euro

In den USA hat Fiat Chrysler derzeit mit technischen Problemen zu kämpfen. Vor einer Woche hatte der Konzern den Rückruf von 4,8 Millionen Fahrzeugen aufgrund möglicher Probleme mit dem Tempomat bekanntgegeben.

nb

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