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Twitter-Seite von Donald Trump

Geringer Nutzerzuwachs Kein "Trump-Effekt" bei Twitter

Stand: 09.02.2017, 14:35 Uhr

Die "Frühstücks-Tweets" von US-Präsident Donald Trump haben dem Kurznachrichtendienst kaum genützt. Die Zahl der Nutzer wuchs nur leicht, der Verlust weitete sich aus. Anleger sind enttäuscht.

Die Aktien von Twitter stürzen an der Frankfurter Börse um neun Prozent ab. Damit sind die Kursgewinne der letzten zwei Wochen wieder weg. Immerhin: Auf Ein-Jahres-Sicht liegen die Internet-Titel noch gut 20 Prozent im Plus. Vom Rekordhoch von 51,14 Euro Anfang 2014 sind die Papiere freilich meilenweit entfernt.

Verlust fast verdoppelt

Noch immer sind keine schwarzen Zahlen bei Twitter in Sicht. Im vierten Quartal erhöhte sich der Verlust um fast das Doppelte von 90 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum auf 167 Millionen Dollar. Der Umsatz wuchs so langsam wie noch nie seit dem Börsengang 2013, nämlich nur leicht um 0,9 Prozent auf 717,2 Millionen Dollar.

Trotz der Twitter-Begeisterung von US-Präsident Trump hielt sich der Ansturm auf den Kurznachrichtendienst in Grenzen. Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer stieg lediglich um zwei Millionen auf 319 Millionen. In den USA gab es nicht einmal einen Zuwachs, die Zahl der User stagnierte bei 67 Millionen. Im dritten Quartal hatte Twitter noch vier Millionen mehr Nutzer weltweit dazugewonnen, davon eine Million in den USA.

Schrecken die Trump-Tweets Werbekunden ab?

"Wenn der Trump-Effekt kein Wachstum der Nutzerzahlen bringt, was kann es dann?", fragt sich Analyst Michael Pachter von Wedbush Securities. Ein anderer Analyst, Richard Kramer von Arete Research, vermutet sogar, dass Trump schlecht für das Twitter-Geschäft sein könnte. Seine Tweets sorgten möglicherweise für so viele Konflikte, dass sie Werbekunden abschreckten, sagte er gegenüber dem US-Sender CNBC.

Die Werbeeinnahmen - Twitters wichtigste Geldquelle - sanken im Jahresvergleich leicht von 641 auf 638 Millionen Dollar. Dabei ist das Weihnachtsgeschäft traditionell ein gutes Quartal für Online-Werbung.

Mehr News und Videos

Der Kurznachrichtendienst leidet unter der Konkurrenz von Snapchat und Instagram und kämpft mit verlangsamtem Wachstum. Twitter-Chef Jack Dorsey will den Dienst nun stärker auf aktuelle News und Videoinhalte ausrichten. Zuletzt seien rund 600 Stunden Live-Video über den Dienst übertragen worden, hieß es. Allerdings sah sich nur rund jeder zehnte Nutzer etwas davon an.

nb

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