Lady Gaga

Hoffnung auf Bieterkampf treibt Vivendi-Aktien Beatles, Abba und Lady Gaga bald bei Tencent?

Stand: 28.02.2019, 15:28 Uhr

KKR und der chinesische Tech-Konzern Tencent interessieren sich offenbar für die Universal Music Group (UMG). Bis zu 20 Milliarden Euro könnte ein Verkauf in die Kassen des französischen Medienkonzerns Vivendi spülen. Die Aktie zieht kräftig an.

Der US-Finanzinvestor KKR und der chinesische Musikstreamingdienst Tencent Music Entertainment haben nach Insider-Angaben ein Auge auf das Platten-Label Universal Music (UMG) geworfen. Beide loten konkurrierende Angebote für eine Hälfte der Anteile der Vivendi-Tochter aus, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters in den Branchenkreisen.

Der französische Investor Vincent Bollore, der ein Viertel der Vivendi-Anteile hält, ist nach Angaben von zwei mit dem Sachverhalt vertrauten Personen dabei, Banken auszuwählen, die den Verkauf von Teilen der UMG betreuen könnten. Die Vivendi-Aktie kletterte bis auf 25,57 Euro. Mehr hatte sie zuletzt im September 2008 gekostet.

UMG ist das weltgrößte Musik-Label noch vor Sony Music Entertainment und Warner Music. UMG hat nicht nur Künstler wie Lady Gaga oder Taylor Swift unter Vertrag. Auch die Verwertungsrechte der Beatles, Abba, Johnny Cash oder der Rolling Stones dürften von immensem Interesse sein.      

Wie wertvoll ist UMG?

Nach Angaben der Insider soll der eigentliche Verkaufsprozess im zweiten Quartal starten. Allerdings laufen bereits informelle Gespräche mit möglichen Bietern. Vivendi und KKR lehnten eine Stellungnahme zu den Angaben ab. Tencent war zunächst nicht für einen Kommentar zu erreichen.

Über den Wert von UMG gibt es unterschiedliche Einschätzungen. Während der Medien-Spezialist von JPMorgan, Daniel Kerven, UMG jüngst als einzigartig bezeichnete und den Wert mit 44 Milliarden Euro angab, setzt die Deutsche Bank 29 Milliarden Euro an. Goldman Sachs schätzt den Wert auf 35 Milliarden Euro und Exane BNP Paribas auf 25 Milliarden Euro.

KKR schätzt auch Film & Kino

Auch in Deutschland ist KKR sehr aktiv: Wenige Tage nach dem Kauf von Tele München hatte der Investor die Übernahme des Video- und Filmrechte-Vertriebs Universum Film von RTL angekündigt.

Der zuständige KKR-Partner Philipp Freise hat von nun an eher kleinere Unternehmen im Visier: "Wir werden weiter Perlenfischerei betreiben. Wir suchen zusätzliche Mittelständler, um weiter an unserer großen Plattform zu bauen", sagte Freise der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Plattform, die noch keinen Namen hat, wird vom ehemaligen Constantin-Chef und ZDF-Unterhaltungschef Fred Kogel geleitet. "Wir wollen der führende Independent-Anbieter im deutschsprachigen Raum werden", meint Freise.  

ts/rtr