Katalonisches Parlament in Barcelona
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Vorerst keine Unabhängigkeit Katalonien-Entspannung treibt den Euro

Stand: 10.10.2017, 20:55 Uhr

Die katalonische Regionalregierung will sich zunächst nicht von Spanien abspalten. Regierungschef Carles Puigdemont rief zu einem Dialog mit Madrid auf. Das sorgte für leichtes Aufatmen an den Devisenmärkten.

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Der Euro stieg nach der Ankündigung Puigdemonts, den Unabhängigkeitsprozesses auszusetzen, auf ein Tageshoch von 1,1819 Dollar. Danach bröckelten die Gewinne wieder etwas ab. Die Gemeinschaftswährung behauptete sich über 1,18 Dollar.

Kaum Reaktion an der Wall Street

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An den internationalen Aktienmärkten sorgte die Rede von Kataloniens Regierungschef für wenig Bewegung. Der Dow verharrte leicht im Plus, blieb aber unter seinem anfangs erreichten Rekordhoch von 22.850 Punkten.

Vor dem mit Spannung erwarteten Parlamentsauftritt Puigdemonts hatten sich die Anleger an den europäischen Aktienmärkten nervös gezeigt. Der Dax büßte etwas an Boden ein und schloss erneut unter der runden Marke von 13.000 Punkten. Der EuroStoxx 50 gab um 0,3 Prozent nach. An der Madrider Börse ging es gar um ein Prozent abwärts.

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Puigdemont setzt auf Dialog mit Madrid

Anja Kohl
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Die Katalonien-Frage

Nach dem Referendum vor gut einer Woche habe er zwar das Mandat, die Unabhängigkeit auszurufen, sagte Regierungschef Puigdemont am Dienstag in einer mit Spannung erwarteten Rede im Parlament in Barcelona. Er sei aber überzeugt, dass der Konflikt mit Spanien auf dem Verhandlungswege gelöst werden könne. Er schlug vor, die Loslösung von Spanien (vorerst) auszusetzen, um Gespräche für eine Einigung mit der Zentralregierung in Madrid in den nächsten Wochen zu ermöglichen. Puigdemont versuchte offenbar, eine Eskalation der Krise zu vermeiden.

Die spanische Regierung zeigte sich am Abend wenig kompromissbereit. Sie wies die Erklärung von Puigdemont zurück. Die "implizite" Erklärung der Unabhängigkeit Kataloniens sei "unzulässig", erklärte ein Regierungssprecher am Dienstagabend in Madrid. Am Mittwoch wird Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy Stellung zu Puigdemonts Aussagen nehmen.

nb