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BMW und VW könnten profitieren Kalifornien: Dienstwagen als Waffe gegen Trump

Stand: 19.11.2019, 07:34 Uhr

Beim Kauf neuer Dienstwagen zieht der Bundesstaat Kalifornien Konsequenzen aus dem Abgasstreit mit der US-Regierung und wird künftig nur noch Autos von den Herstellern Ford, BMW und VW kaufen.

Der Gouverneur Gavin Newsom des US-Bundesstaats Kalifornien kündigte am Montag an, keine Fahrzeuge mehr von GM, Toyota und Fiat Chrysler anzuschaffen. Die Konzerne würden Bemühungen des Präsidenten Donald Trumps unterstützen, nach denen Kalifornien das Recht auf eigene Emissionsstandards entzogen werden sollen.

"Sie werden nichts von der Kaufkraft Kaliforniens haben"

Von kommendem Januar an würden nur noch Autos von Herstellern angeschafft, die Kaliforniens Rechte respektieren, sagte Newsom. Dazu zählen neben Ford wohl auch die beiden deutschen Autobauer BMW und VW. "Autobauer, die sich auf die falsche Seite der Geschichte gestellt haben, werden von der Kaufkraft Kaliforniens nichts haben", unterstrich der Gouverneur.

Kalifornien will sich gegen das Vorgehen Trumps wehren

Schon vor rund 50 Jahren, 1970, hatte die Regierung in Washington dem Bundesstaat das Recht erteilt, eigene Abgasvorschriften zu erlassen, die unabhängig von denen sind, die im Rest der USA gelten. Grund dafür war damals die hohe Smog-Belastung in der Region Los Angeles.

Bereits vor gut einem Jahr formulierte die US-Bundesregierung, dass die Sonderrechte Kaliforniens in Sachen Abgasvorschriften beschränkt werden sollen. Kalifornien hatte daraufhin angekündigt, bis zum Obersten Gerichtshof zu gehen, um für den Erhalt des Sonderrechts zu kämpfen.

US-Regierung will Rechte des Bundesstaats beschränken. | Quelle: picture-alliance/dpa

Thema von großer Bedeutung

Da neben Kalifornien 13 weitere Staaten dem Modell folgen, hat das Thema landesweit großes Gewicht. Im September hatten Kalifornien und 23 weitere Staaten Klage im Abgasstreit gegen die US-Regierung eingereicht. "Kalifornien wird vor den rücksichtslosen und politisch motivierten Attacken des Präsidenten nicht einknicken", sagte Newsom damals.

Die Autobranche ist eher an einheitlichen Standards interessiert, denn Modelle regional unterschiedlichen Regeln anpassen zu müssen, sei umständlich und teuer.

Deutsche Autobauer waren zuletzt außen vor

Der als Vorreiter für strenge Umweltstandards bekannte Staat an der Westküste kaufte in den Jahren 2016 bis 2018 keinen einzigen Wagen bei den beiden deutschen Autobauern. Vor allem der Diesel-Skandal des VW-Konzerns trug vermutlich dazu bei.

VW, BMW, Daimler, Porsche, Audi

Ab Januar setzt Kalifornien bei Dienstwagen auf Ford, BMW und VW. | Bildquelle: dpa/MAXPPP

Für Ford-Fahrzeuge gab Kalifornien in diesem Zeitraum gut 69 Millionen Dollar aus. Zehn Millionen weniger waren es für GM-Autos und 56 Millionen Dollar blätterte der Bundesstaat für Fiat-Chrysler-Modelle hin. Für Fahrzeuge des japanischen Herstellers Toyota zahlte Kalifornien zwischen 2016 und 2018 gut zehn Millionen Dollar.

Die Autobauer waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen oder lehnten sie ab. Die Hersteller GM, Toyota und Chrysler stellten sich im Oktober dieses Jahres hinter Trumps Kampf gegen das Vorpreschen Kaliforniens. Ford, BMW und VW hatten sich dagegen schon im Juli dazu verpflichtet, sich an die kalifornischen Standards zu halten.

Ob die deutschen Autobauer von dem Vorhaben profitieren werden ist derzeit noch nicht abschätzbar. Aktien von VW legten am Dienstag leicht zu, nachdem der Konzern am Vortag seine Wachstumsprognose gesenkt hatte, was zu Unzufriedenheit bei den Anlegern gesorgt hatte.

ms