Schild mit den Schriftzügen von Media Markt und Saturn vor der Firmenzentrale

Weniger Dauersortiment, mehr Verkaufsflächen für fremde Firmen Media-Markt-Saturn öffnet sich stärker für Apple & Co

Stand: 22.03.2019, 10:49 Uhr

Neue Strategie für Media-Markt und Saturn: Künftig soll es in den Filialen mehr Aktionspreise und wechselnde Produkte geben. Zudem sollen Markenartikler wie Apple und Samsung noch mehr Platz für eigene Verkaufsflächen bekommen.

Der neue Chef der Elektronik-Ketten, der Spanier Ferran Reverter, räumt auf. Um die Media-Saturn Holding wieder flott zu machen, baut er das Geschäftsmodell um. Künftig sollen sich die Elektronikmärkte am Vorbild der US-Kette Best Buy orientieren. Wie das "Manager Magazin" berichtet, soll es zum Beispiel in Zukunft mehr Sonderangebote geben. Aktuell ködert Media Markt seine treuen Kunden im Rahmen von "Club-Tagen" mit bis zu 15 Prozenten Rabatten.

Gleichzeitig will Reverter das Dauersortiment reduzieren. Es sollen beispielsweise nicht mehr zwingend 30 Wasch- oder Kaffeemaschinen in den Elektronikmärkten dauerhaft herumstehen.

Mehr Platz für Samsung, Apple und Huawei

Zudem plant die Media-Saturn Holding, ihre Filialen für andere Unternehmen stärker zu öffnen. Laut dem Bericht des "Manager Magazins" sollen Verkaufsflächen an Markenartikler wie Samsung, Apple oder auch Huawei abgegeben werden. Diese können dort auf eigene Rechnung und mit eigenem Personal Geschäfte machen. Dadurch sichere sich Media Markt und Saturn feste Einnahmen und habe geringere Lagerhaltungskosten.

700 Jobs werden gestrichen

Die Sanierungspläne führen zu tiefen Einschnitten in der Zentrale in Ingolstadt. Laut "Manager Magazin" sollen rund 700 der mehr als 3.000 Mitarbeiter gehen. Gegenwärtig hat die Holding ihren Sitz in Düsseldorf, das Management von Media-Markt und Saturn arbeitet jedoch in Ingolstadt.

Die Anleger sehen die Sanierungspläne relativ skeptisch. Die Aktien des Mutterkonzerns Ceconomy fallen am Freitag um 0,5 Prozent. Auf Ein-Jahres-Sicht haben sie fast die Hälfte ihres Werts verloren, nachdem der Elektronikhändler mehrfach seine Jahresprognose gekappt hatte. 2018/19 dürfte nicht viel besser werden. Das Ceconomy-Management spricht von einem Jahr des Umbruchs. Zwar wird ein leichtes Umsatzwachstum anvisiert, das operative Ergebnis dürfte aber weiter zurückgehen.

nb