General Motors-Firmenschild

Folgenreiche E-Auto-Wende Kahlschlag bei GM

Stand: 27.11.2018, 09:27 Uhr

GM will sich fit machen für die Zukunft, für Elektromobilität und selbstfahrende Autos. Das bedeutet schmerzhafte Einschnitte bei der Belegschaft. Die Börse allerdings reagiert begeistert.

Die Umstellung auf Elektroautos hat bei GM weit reichende Konsequenzen. Der US-Konzern will mehrere Werke schließen und massiv Personal abbauen. GM spricht davon, die Belegschaft um 15 Prozent zu verringern, davon ein Viertel in Führungspositionen. Von dem Stellenabbau könnten laut US-Medien 10.000 bis 15.000 Mitarbeiter betroffen sein. Es blieb zunächst unklar, ob und inwiefern darin Beschäftigte erfasst sind, denen zuletzt bereits Abfindungsangebote unterbreitet worden waren.

Insgesamt fünf Montagewerke will GM schließen, weitere zwei Fabriken für Verbrennungstechnik stehen auf der Kippe.

Die Einschnitte sind Teil eines großen Sparprogramms, mit dem bis Ende 2020 jährlich sechs Milliarden Dollar eingespart werden, so der größte amerikanische Autobauer. Die Kosten sollen um 4,5 Milliarden Dollar sinken, die Investitionen von 8,5 auf sieben Milliarden Dollar im Jahr heruntergefahren werden.

Die Zukunft liegt im E-Auto

GM-Chefin Mary Barra begründete den Schritt mit der Notwendigkeit, sich den verändernden Marktbedingungen anzupassen. Die Branche entwickle sich schnell in Richtung Elektroantrieb, autonomes Fahren und gemeinsame Fahrzeugnutzung. Daran müsse sich GM anpassen. Es gehe darum, "das Unternehmen für einen langfristigen Erfolg zu positionieren", verkündete Barra in einer Pressemitteilung.

»Wir passen die Kapazität der Realität am Markt an.«

GM-Chefin Mary Barra

Der Konzern will sich von verkaufsschwachen Modellen trennen. Stattdessen will sich GM künftig stärker auf innovative Bereiche wie Elektromobilität und selbstfahrende Autos konzentrieren. Dafür ist laut Barra ein tiefgreifender Konzernumbau nötig.

Trump in Rage

Präsident Donald Trump bringen die GM-Pläne in Rage. Der Regierungschef drohte mit Konsequenzen. "Sie sollten dort verdammt noch mal schnell eine neue Fabrik eröffnen", sagte Trump dem "Wall Street Journal" zum bevorstehenden Aus eines großen Standorts im Bundesstaat Ohio. Er habe GM-Chefin Mary Barra bei einem Gespräch am Sonntag erklärt, sie habe "ein Problem", sollte das Werk dauerhaft geschlossen bleiben.

Er habe Barra außerdem aufgefordert, die Autoproduktion in China zu stoppen. Vor Reportern in Washington erklärte Trump, die USA hätten viel für GM getan - und man sei in der Lage, großen Druck auf den Konzern mit Hauptsitz in Detroit auszuüben.

Börse begeistert

Die Pläne kamen an der Börse gut an. Die GM-Aktie legte nach dieser Ankündigung rund sechs Prozent zu.

bs