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20.000 Jobs weniger Kahlschlag bei der Deutschen Bank?

Stand: 28.06.2019, 16:06 Uhr

Deutsche Bank-Chef Christian Sewing macht Ernst beim Umbau der angeschlagenen Großbank. Bis zu 20.000 Jobs stehen nach Presseberichten bei der Bank auf der Kippe. Rund ein Fünftel der gesamten Belegschaft.

Die Umrisse der massiven Umbaupläne bei der Deutschen Bank werden erkennbar. Das größte deutsche Geldhaus erwägt laut einem Bericht des "Wall Street Journal" den Abbau von weltweit bis zu 20.000 Stellen. Das berichtete die Zeitung am Freitag unter Berufung auf einen hochrangigen Insider.

Sollten die Pläne so umgesetzt werden, träfe es mehr als ein Fünftel der Belegschaft - diese betrug Ende des ersten Quartals rund 91.500 Mitarbeiter. Das Institut wollte keinen Kommentar abgeben, sondern bekräftigte, man werde sich zu gegebener Zeit zum Umbau äußern. Vorstandschef Christian Sewing hatte Ende Mai auf der Hauptversammlung erklärt, er sei zu "harten Einschnitten" vor allem bei der seit Jahren darbenden Investmentbank bereit.

Es trifft besonders die Investmentbank

Christian Sewing

Christian Sewing. | Bildquelle: Imago

Im Bereich Unternehmens- und Investmentbank des Deutsche-Bank-Konzerns sind aktuell gut 38.000 Menschen beschäftigt. Dieses Segment dürfte bei dem anstehenden Umbau besonders stark zur Ader gelassen werden. Wie die Agentur Bloomberg am Freitag unter Berufung auf mehrere Insider berichtete, steht im Aktienhandel jeder zweite Job zur Disposition.

Die Deutsche Bank läuft der Konkurrenz der großen Wall-Street-Banken schon seit Jahren hinterher. Ihre lange Zeit angeknacksten Beziehungen zu den US-Aufsehern haben die Frankfurter inzwischen offenbar wieder verbessert, wie der erfolgreiche Stresstest gezeigt hat.

Mit diesem Achtungserfolg ist nun der Weg für harte Einschnitte gerade auch in den Vereinigten Staaten frei. Allerdings dürfte auch der Standort London - Heimatbasis der meisten Investmentbanker im Konzern - deutlich Federn lassen müssen.

Der Umbau dürfte auch am Vorstand nicht einfach vorbeigehen. Hinter Investmentbanking-Chef Garth Ritchie steht schon länger ein Fragezeichen, ebenso wie hinter seiner für Compliance zuständigen Kollegin Sylvie Matherat.

Die Börse honoriert den Kurs

An der Börse kommen die Pläne schon mal gut an, auch wenn sie noch nicht offiziell bestätigt sind. Die Deutsche Bank-Aktie hat sich von ihrem historischen Tief bei 5,80 Euro zu Monatsbeginn inzwischen gelöst und war heute sogar bester Wert im Dax. gleichwohl, mit 6,78 Euro ist der Kurs immer noch beklagenswert niedrig, gerade im Vergleich zu den US-Konkurrenten.

rtr/rm