Ein Landwirt fährt mit einem Traktor mit einer Dünger- und Pestizidspritze über ein Feld
Audio

Überraschender Quartalsgewinn K+S gut gedüngt

Stand: 15.11.2017, 09:01 Uhr

Höhere Düngerpreise haben den Rohstoffkonzern K+S wieder in die schwarzen Zahlen gebracht. Auch die bessere Entsorgungslage wirkte sich positiv aus. Allerdings bremste der wiedererstarkte Euro das Geschäft der Nordhessen.

Unterm Strich verdiente der Dünger- und Salzkonzern im dritten Quartal 1,5 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte es noch einen Verlust von 27,4 Millionen Euro gegeben. Analysten hatten mit anhaltend roten Zahlen gerechnet.

Auch das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Bewertungsveränderungen von Derivaten, das so genannte Ebit I, fiel mit 12,3 Millionen Euro positiv aus. Im Vorjahresquartal lag das Ebit I bei minus 31 Millionen.

Gutes Düngergeschäft treibt den Umsatz

Der Umsatz legte um rund sechs Prozent auf 727 Millionen Euro zu. Wachstumstreiber war das Düngemittelgeschäft. Die verbesserten Produktionsbedingungen, insbesondere die Entschärfung der Entsorgungsproblematik verliehen K+S Rückenwind. Dagegen schrumpften die Erlöse in der Salzsparte - wegen des schwächeren Absatzes von Auftausalz in Nordamerika. Beide Sparten litten unter dem stärkeren Euro.

Während der Umsatz und das Ebit I unter den Erwartungen lagen, überraschte der Gewinn positiv. Die Aktien von K+S steigen vorbörslich um zwei Prozent. Auf Einjahres-Sicht sind sie kaum vorangekommen.

Jahresziel bestätigt

Für das Gesamtjahr sieht sich K+S auf Kurs. Das Ebit I soll sich weiterhin auf 260 bis 360 Millionen Euro verbessern. 2016 hatte das Ergebnis bei 229 Millionen Euro gelegen. Konzernchef Burkhard Lohr gab sich zurückhaltend: Die Ertragslage habe sich zwar verbessert. "Trotzdem bleibt 2017 ein Übergangsjahr, in dem wir unsere Stärken noch nicht vollständig ausspielen können."

Der Rohstoffkonzern K+S soll in den nächsten drei Jahren neu aufgestellt werden. Das Unternehmen will seine bisherige Zwei-Säulen-Struktur aufgeben: Statt der Geschäftsbereiche Kali- und Magnesiumprodukte sowie Salz sollen die vier Kundensegmente Agrar, Industrie, Konsumenten und Kommunen im Fokus stehen. Unter dem Titel "Shaping 2030" soll bis 2030 eine Kapitalrendite von mindestens 15 Prozent eingefahren werden. Den Anlegern ging der im Oktober vorgestellte Strategiewandel nicht weit genug. Sie hatten auf eine Abspaltung der Salzsparte gehofft.

Ab 2021 keine Salzabwasser-Entsorgung mehr?

Die Entsorgungsproblematik dürfte sich weiter entschärfen. K+S wird ab 2021 keine Genehmigung mehr beantragen, Salzabwasser im Boden zu versenken. Man werde auch ohne Versenkung in Deutschland voll produzieren können, kündigte vor einem Monat K+S-Chef Burkhard Lohr an. Details will Lohr im nächsten Jahr nennen.

nb