K+S-Abraumhalde
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Prognose gesenkt K+S: Das nächste Sommer-Opfer

Stand: 15.11.2018, 09:15 Uhr

Der trockene Sommer hat nicht nur den Modeanbietern und Einzelhändlern zugesetzt, auch der Dünger- und Salzkonzern K+S litt unter dem Niedrigwasser der Werra und muss deshalb seine Jahresprognose kassieren.

Zudem drückten höhere Logistikkosten weiter auf den Gewinn in der Salzsparte. 2018 erwartet K+S deshalb nur noch ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 570 bis 630 Millionen Euro, wie der MDax-Konzern am Morgen mitteilte. Bisher hatte das Unternehmen einen Anstieg auf 660 bis 740 Millionen Euro in Aussicht gestellt, nach 577 Millionen Euro im Jahr 2017.

Bei der alten Prognose waren aber Folgen von Produktionsausfällen im Verbundwerk Werra ausgeklammert worden. Diese Belastungen hatte K+S auf rund 80 Millionen Euro taxiert, nachdem niedrige Wasserstände die ausreichende Abwassereinleitung in die Werra unmöglich gemacht hatten.

Erneute Produktionsunterbrechungen befürchtet

K+S

K+S: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Weil die Trockenheit anhält, können erneute Unterbrechungen in der Kaliproduktion bis zum Jahresende nicht ausgeschlossen werden. Sie sind nicht in der genannten Bandbreite berücksichtigt, warnt K+S. Im Klartext heißt das: Die Jahresbilanz könnte noch schwächer ausfallen als erwartet.

K+S-Grubenbetrieb mit Lader

K+S KALI GmbH. | Bildquelle: Unternehmen

Im Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte stürzte das Ergebnis (Ebitda) im dritten Quartal wegen der Kosten für die standortferne Entsorgung von Abwässern auf drei Millionen Euro, nach 42 Millionen im dritten Quartal des Vorjahres. Unter dem Strich fiel ein Verlust von rund 61 Millionen Euro an. Vor einem Jahr war es noch ein Gewinn von 1,5 Millionen Euro. Im Geschäftsbereich Salz legte das Ebitda um elf Prozent zu.

Anleger bleiben besonnen

Dank des neuen Kaliwerks in Kanada steigerte K+S den Umsatz indes deutlich um 15,6 Prozent auf 840,1 Millionen Euro.

Die Anleger reagieren dennoch gelassen, war doch die Gewinnwarnung längst erwartet worden. Nach dem Fünfjahrestief Ende Oktober bei 15,315 Euro bleibt die Aktie damit auf Erholungskurs. K+S profitierte zudem vom Zahlenwerk der Wettbewerber. So hat der Hersteller von Düngemitteln Mosaic die Erwartungen locker überboten, und außerdem den Ausblick wegen des starken Marktumfelds angehoben. Gleiches gilt für den US-Wettbewerber Nutrien.

lg