K+S-Abraumhalde

Aktie schmiert ab K+S verabschiedet sich von Jahreszielen

Stand: 14.11.2019, 13:20 Uhr

Sinkende Kalipreise und Produktionskürzungen verhageln dem Dünger- und Salzkonzern K+S die Prognose stärker als erwartet. Da helfen auch ein Umsatzanstieg und ein stark verbessertes operatives Ergebnis im dritten Quartal der Aktie nicht weiter.

Konzernchef Burkhard Lohr rechnet 2019 nur noch mit einem leichten Wachstum des Ebitda auf rund 650 Millionen Euro. Bisher hatte er 730 bis 830 Millionen Euro angepeilt. Das neue Ziel liegt deutlich unter der durchschnittlichen Schätzung von Analysten.

Wegen der schwachen Nachfrage drosselt das Unternehmen seine Kaliproduktion zusätzlich zu den bereits im September angekündigten 300.000 Tonnen um weitere 200.000 Tonnen. K+S hatte bereits im September eine erste Kürzung der Produktion bekannt gegeben, woraufhin sich die Talfahrt der Aktien beschleunigte bis auf ein 14-Jahres-Tief von 11,885 Euro im Oktober. Aktuell büßt das Papier fast sechs Prozent ein und liegt erneut auf diesem niedrigen Niveau.

Laut dem Analysten Jonas Oxgaard von Bernstein Research könnten sich die umfangreichen Produktionskürzungen vieler Kalihersteller  - auch andere Unternehmen der Branche kürzen - aber schon bald auszahlen. Denn sind die Lager der Kunden erst einmal wieder leer, dürfte die Nachfrage anziehen und damit auch die Preise.

Stark verbessert - aber vor schwacher Vergleichslage

Das mag sein oder auch nicht. Was man kennt, sind die Zahlen des dritten Quartals. Und das lief Händlern zufolge etwas besser als gedacht.  Der Umsatz des MDax-Konzerns stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwar um acht Prozent auf 905 Millionen Euro. Sein operatives Ergebnis konnte K+S sogar auf 81 Millionen Euro mehr als verdoppeln.

Allerdings stehen die zumindest beim Umsatz etwas besser als erwartet ausgefallenen Zahlen in Relation zu einem außergewöhnlich schwachen Vorjahresquartal. Damals hatten Probleme bei der Abwasserentsorgung wegen des trockenen Sommers zu schweren Produktionsausfällen im hessisch-thüringischen Kalirevier geführt.

Unter dem Strich entfiel auf die Aktionäre wegen hoher Abschreibungen diesmal ein Verlust von knapp 57 Millionen Euro. Vor einem Jahr hatte der Fehlbetrag allerdings mit gut 63 Millionen noch etwas höher gelegen.

ts