K+S Kali GmbH Kammer des K+S-Salzbergwerkes in Bernburg
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Produktionsausfälle in Kanada K+S hat Probleme - schon wieder

Stand: 19.06.2018, 11:01 Uhr

Die Anleger des Kasseler Kali- und Salzproduzenten K+S brauchen weiter starke Nerven. Nach dem Jahreshoch Mitte Mai sind die Papiere unter Druck geraten. Jetzt sind es erneute Probleme in Kanada, die das Unternehmen belasten und die Aktie zu Fall bringen.

Im Gespräch mit dem "Handelsblatt" berichtet der für das Geschäft verantwortliche Vorstand Mark Roberts von Einschränkungen in dem Kali-Werk im kanadischen Bethune. So habe die Produktion vier Tage zuletzt wegen der Reparatur eines Schornsteins geruht. Zuvor hätten Bahnstreiks für Ausfälle gesorgt. "Das wird unser operatives Ergebnis im zweiten Quartal belasten", zitierte das Blatt den Manager.

Mittlerweile laufe der Betrieb in der neuen Mine wieder. Jedoch sei die Qualität der Produkte dort noch nicht so, wie sie sein sollte, sagte Roberts. An einer Lösung werde mit Hochdruck gearbeitet. Anleger macht das skeptisch. "Die Frage bleibt, ob das nur ein temporärer Einbruch ist", sagte ein Händler. Auch betrachten einige Investoren die Aussage von Roberts als eine Gewinnwarnung - zumindest für das zweite Quartal.

Allerdings versichert Roberts, dass auch die Mine in Bethune auf "Ebitda-Ebene" in diesem Jahr schwarze Zahlen schreiben wird. Im nächsten Jahr soll dann auf Ebit-Ebene die Gewinnzone erreicht werden. Wieviele Tonnen das Werk in diesem Jahr produzieren wird, verrät der Manager aber nicht.

Jahresprognose steht noch

An der Jahresprognose hält das Unternehmen ebenfalls fest. So soll das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) 2018 deutlich zulegen - so wie die Kasseler im Mai bei der Vorlage der Zahlen für das erste Quartal mitgeteilt hatten. Das Unternehmen hält an dem Ziel trotz eines schwierigen Jahresstarts infolge von Preisdruck im Salzgeschäft und Produktionsproblemen im Kali-Werk Werra fest. Ein Grund für den Optimismus war neben einer erwarteten Besserung im Werra-Werk auch der Rückenwind durch eine steigende Produktion im kanadischen Kaliwerk Bethune.

Die 2017 nach jahrelangem Bau und Milliarden-Kosten in Betrieb genommene Mine in Kanada ist ein wichtiger Teil der Wachstumsstrategie von K+S. Sie ist die größte Einzelinvestition des Konzerns, hat allerdings bereits in der Vergangenheit wiederholt für Belastungen gesorgt.

Zu viel Zuversicht?

Noch im März hatte Vorstandschef Burkhard Lohr Optimismus verbreitet und erklärt: "Wir haben die Weichen auf Wachstum gestellt. 2017 war ein Übergangsjahr, in dem wir Hürden aus dem Weg geräumt und Anlauf für die Zukunft genommen haben."

Die Branche leidet allerdings an Überkapazitäten und wird von oligopolistischen Strukturen dominiert. Das könnte zu einem Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage führen und im weiteren Verlauf die Preise belasten.

lg