Baustelle des K+S Legacy Projekts in Kanada

Mehr Umsatz, mehr Gewinn K+S hat gut gedüngt

Stand: 15.08.2019, 10:42 Uhr

Rückenwind für K+S: Positive Währungseffekte, höhere Verkaufszahlen und bessere Kalipreise haben dem Dünger- und Salzkonzern ein ansprechendes zweites Quartal beschert. Die Aktie führt den MDax an.

Mit einem Aufschlag von mehr als zwei Prozent kosten die Aktien von K+S heute zeitweise mehr als 14 Euro. Einige Anleger dürften nunmehr darauf hoffen, dass das Kasseler Unternehmen die Talsohle endlich durchschritten hat. Im Mai 2018 hatten die Titel noch knapp 26 Euro gekostet. Seitdem zeigte der Kurspfeil meistens abwärts.

Die Quartalszahlen sehen auch gar nicht schlecht aus: K+S steigerte den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um acht Prozent auf 879 Millionen Euro. Das Ebitda erhöhte sich überproportional um 24 Prozent auf 130 Millionen Euro. Unter dem Strich entfällt auf die Aktionäre von K+S ein Überschuss von 13,9 Millionen Euro, nachdem vor einem Jahr noch ein Minus von 32 Millionen Euro gestanden hatte.

"Die Entwicklung beim Cashflow ist sehr positiv und unser Ergebniswachstum hat sich im zweiten Quartal sogar noch etwas beschleunigt", sagte Burkhard Lohr, der Vorstandsvorsitzende. „Daher bin ich weiterhin sehr zuversichtlich, dass wir unser Ebitda in diesem Jahr deutlich steigern werden.“

Kali aus Kanada

Deutliche Zuwächse erzielte K+S im größten Segment, dem Düngergeschäft mit der Landwirtschaft. Hier legte der Umsatz um 15 Prozent auf 440 Millionen Euro zu, und das Ebitda stieg um knapp die Hälfte auf 95 Millionen Euro. Triebfedern waren gestiegene Kalipreise sowie höhere Produktionsmengen im hessisch-thüringischen Kalirevier an der Werra sowie im neuen Werk in Kanada, das die Produktion weiter hochfährt.

K+S-Abraumhalde

K+S-Abraumhalde. | Bildquelle: picture alliance / dpa

So fehlten vor einem Jahr an der Werra noch Fachkräfte und Maschinen, K+S steuerte dem entgegen. Auch zum Thema Trockenheit äußerte sich Lohr: "110 Millionen Euro Kosten durch den Stillstand an der Werra, Turbulenzen am Kalimarkt - das liegt alles hinter uns."

Witterungsbedingte Stillstände seien auch bei längerer Trockenheit mittlerweile unwahrscheinlich. So errichtete das Unternehmen einen zusätzlichen Zwischenspeicher für Salzabwässer in 700 Metern Tiefe in einem ehemaligen Abbaubereich. Sollte die Werra also nicht ausreichend Wasser für die Einleitung von Produktionsabwässern führen, können diese vorübergehend gespeichert werden. Besser als vor einem Jahr lief es im zweiten Quartal auch im Geschäft mit Salzen für Verbraucher, etwa Salz zum Würzen und Kochen sowie Geschirrspülsalz.

Der Konzern profitierte auch vom gestiegenen US-Dollar. Deshalb blieb aus dem Auslandsgeschäft nach der Umrechnung in Euro mehr übrig. Dieser positive Effekt dürfte 2019 Produktionsausfälle wegen einer Instandhaltungspause in kanadischen Kaliwerk sowie die Vorsicht aufgrund des chinesischen Importstopps für Kaliumchlorid mehr als ausgleichen, teilte der Kasseler Konzern mit.

ts/dpa