Raucher mit E-Zigarette

US-Wettbewerbshüter nehmen Zigarettenmarkt ins Visier Platzt der Megadeal zwischen Juul und Altria?

Stand: 02.04.2020, 09:06 Uhr

Für den Tabakkonzern Altria sollte der Einstieg beim E-Zigarettenhersteller Juul eigentlich die Chance sein, einen kommenden Milliardenmarkt zu bespielen. Das ging bislang schief, jetzt sehen US-Behörden auch noch den Wettbewerb in Gefahr.

Die US-Wettbewerbshüter haben sich gegen den Einstieg des US-Tabakriesen Altria bei der E-Zigarettenfirma Juul ausgesprochen. Altria und Juul hätten eine Zusammenarbeit gestartet, die den Wettbewerb aushebele, teilte die Behörde FTC mit.

Der Marlboro-Hersteller Altria war im Dezember 2018 für 12,8 Milliarden US-Dollar mit 35 Prozent bei Juul eingestiegen, der finanzielle Kraftakt war die größte Investition in der Geschichte des Konzerns. Altria teilte unterdessen mit, man werde sich gegen die Entscheidung zur Wehr setzen.

"Wettbewerb beendet"

Die Beschwerde der FTC führt an, dass Altria und Juul "aggressive" Konkurrenten gewesen seien, bis Altria diesen Wettbewerb beendet habe. Dafür habe Altria seine eigenen E-Zigarettenmarken MarkTen und Green Smoke gestoppt, um sich dann an Juul zu beteiligen.

Die Beteiligung an Juul hat sich mittlerweile für Altria zu einem immer teureren Debakel entwickelt. Im vierten Quartal schrieb der Konzern weitere 4,1 Milliarden Dollar auf das Investment ab. Zuvor hatte Altria den Wert der Beteiligung bereits um 4,5 Milliarden Dollar nach unten korrigiert.

Kritik an E-Zigaretten

Juul steht wegen der starken Verbreitung von E-Zigaretten unter Jugendlichen in den USA schon länger in der Kritik und ist mit vielen Klagen konfrontiert. Die US-Aufsichtsbehörde FDA verbot bereits bestimmte Geschmacksrichtungen, die insbesondere für Jugendliche verlockend waren. Insgesamt fielen die Regulierungen nach Ansicht von Fachleuten aber weniger scharf als befürchtet aus.   

ts/dpa

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Die fünf größten Tabakkonzerne Geraucht wird immer

<strong>Philip Morris</strong><br/>Mit einer Marktkapitalisierung von rund 110 Milliarden US-Dollar ist Philip Morris der weltgrößte börsennotierte Tabakkonzern. Ende Februar war das Unternehmen zwar noch 134 Milliarden wert. 20 Milliarden sind also verdampft. <a href="" externalId="e13e5d22-ae48-46e2-bc40-9738201af940">Andere Branchen hat es aber deutlich härter getroffen</a>. <br/><br/>Sieben der weltweit 15 Top-Zigaretten-Marken gehören zu Philip Morris, darunter Virginia Slims, L&M und Chesterfield.<br/><br/>Philip Morris International ist aus dem früheren Altria-Konzern, einem weit verzweigten Mischkonzern, hervorgegangen. Während Philip Morris USA fortan unter dem Namen Altria weiterbestand, war und ist Philip Morris International zu 100 Prozent für das Auslandsgeschäft verantwortlich. Hauptumsatzbringer ist Asien, gefolgt von der EU und Osteuropa.: Kursverlauf am Börsenplatz Nyse für den Zeitraum 5 Jahre

Philip Morris
Mit einer Marktkapitalisierung von rund 110 Milliarden US-Dollar ist Philip Morris der weltgrößte börsennotierte Tabakkonzern. Ende Februar war das Unternehmen zwar noch 134 Milliarden wert. 20 Milliarden sind also verdampft. Andere Branchen hat es aber deutlich härter getroffen.

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Philip Morris International ist aus dem früheren Altria-Konzern, einem weit verzweigten Mischkonzern, hervorgegangen. Während Philip Morris USA fortan unter dem Namen Altria weiterbestand, war und ist Philip Morris International zu 100 Prozent für das Auslandsgeschäft verantwortlich. Hauptumsatzbringer ist Asien, gefolgt von der EU und Osteuropa.