Jungheinrich-Gabelstapler
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Umsatzziele angehoben Jungheinrich stapelt schon wieder höher

Stand: 08.08.2017, 10:53 Uhr

In China und Osteuropa sind Gabelstapler "made in Germany" derzeit stark gefragt. Der Hersteller Jungheinrich verzeichnet deutliche Zuwachsraten bei Umsatz und Auftragseingang - und blickt zuversichtlicher auf das Gesamtjahr.

Der weltweit drittgrößte Hersteller von Gabelstaplern und Lagertechnik hob am Dienstag seine Prognose für 2017 an. Beim Umsatz stellt Jungheinrich nun 3,35 bis 3,45 Milliarden Euro in Aussicht - 50 Millionen mehr als bislang angepeilt. Der Auftragseingang soll im Gesamtjahr auf 3,45 bis 3,55 Milliarden Euro liegen. Die ursprünglich geplante Bandbreite hatte bei 3,4 bis 3,5 Milliarden gelegen. Außerdem soll das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) am oberen Ende der angepeilten Spanne von 250 und 260 Millionen Euro liegen, kündigte Jungheinrich an.

"Wir blicken mit einer Auftragsreichweite von mehr als vier Monaten und der Marktdynamik insbesondere in Europa positiv auf die zweite Jahreshälfte" sagte Konzernchef Hans-Georg Frey. Nach Rekordwerten bei Umsatz, Auftragseingang und Gewinn im vergangenen Jahr sieht der Vorstandschef das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht und erwartet neue Bestmarken. Im ersten Halbjahr legte der Auftragseingang um acht Prozent auf 1,75 Milliarden Euro zu.

Zweistelliges Umsatzwachstum

Dank der starken Nachfrage in China, Osteuropa aber auch den USA zogen die Erlöse von April bis Juni um über zehn Prozent auf 843 Millionen Euro an. Das Ebit stieg um rund 4,5 Prozent auf 67,3 Millionen Euro zu. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 45,9 Millionen Euro hängen. Die Erwartungen der Analysten wurden übertroffen, der Umsatz stieg um 14 Prozent auf 1,63 Milliarden Euro.

Vor allem im Neugeschäft, also bei der Entwicklung, der Produktion und dem Verkauf von Neugeräten, lief es gut. Dort erhöhte sich der Umsatz auf Halbjahressicht um 22 Prozent. Auch bei den von Jungheinrich angebotenen Finanzdienstleistungen lagen die Erlöse fast 14 Prozent über dem Vorjahreswert.

Zu einem leichten Rückgang kam es indes bei der Vermietung von neuen und gebrauchten Gabelstaplern. Das lag allerdings am guten Vorjahresergebnis. Damals hatte die Einbringung der Mietfahrzeuge in ein 2015 mit dem chinesischen Gabelstaplerbauer Heli gegründetes Gemeinschaftsunternehmen zu einem starken Umsatzanstieg in diesem Segment geführt.

Aktie kann Gewinne nicht halten

An der Börse kamen die Nachrichten zunächst gut an. Die Aktie legte zeitweise um über zwei Prozent auf 34,20 Euro zu, drehte dann aber ins Minus. Offenbar strichen Anleger Gewinne ein. Commerzbank-Analyst Sebastian Growe bezeichnete die Kennziffern von Jungheinrich als "solide". Für Kurssprünge oder steigende Konsensschätzungen dürften sie seiner Meinung nach jedoch nicht führen.

Wegen der zuletzt guten Entwicklung des Unternehmens befindet sich die im MDax notierte Aktie schon seit Jahren im Höhenflug. Mit einem Plus von rund 280 Prozent in den vergangenen fünf Jahren gehört das Papier zu den besten deutschen Nebenwerten in diesem Zeitraum.

nb