JPMorgan Chase Gebäude in New York

US-Banken verdienen weiterhin Milliarden JPMorgan trumpft auf, Citigroup-Gewinn bricht ein

Stand: 13.10.2020, 14:50 Uhr

Die Ertragsausbeute zweier US-Bankenriesen im dritten Quartal fällt sehr unterschiedlich aus. Während Branchenprimus JPMorgen seinen Gewinn steigern konnte, schlagen beim Konkurrenten Citigroup die Corona-Belastungen durch.

Von solchen Gewinnausbeuten können deutsche Bankhäuser nur träumen: Unter dem Strich verdiente JPMorgan, das größte amerikanische Geldhaus, mit 9,44 Milliarden Dollar vier Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten statt dessen mit einem Gewinneinbruch gerechnet. Die Aktie des Instituts zuckte im vorbörslichen US-Handel leicht nach oben und dürfte die Wall Street insgesamt am Dienstag stützen.

JP Morgan profitierte dabei von unerwartet guten Geschäften im Aktien- und Anleihenhandel, gleichzeitig musste das Institut deutlich weniger Rücklagen bilden für ausfallgefährdete Kredite. "Das Investmentbanking ist nach wie vor eine wichtige Triebfeder für unsere Bank", sagte Vorstandschef Jamie Dimon. Kunden hatten über den Sommer mehr Beratungsbedarf, sie gaben mehr Anleihen heraus und fragten Finanzprodukte zur Absicherung ihrer Portfolien nach.

Aktien- und Anleihehandel als Pfund

Zudem florierte der Handel an den weltweiten Börsen. Die Erträge im Aktien- und Anleihehandel legten je rund 30 Prozent zu. Dagegen gingen die Zinserträge zurück. Die US-Notenbank Fed hatte zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise die Leitzinsen gesenkt. Ingesamt lagen die Erträge von JP Morgan im dritten Quartal mit 29,9 Milliarden Dollar in etwa auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

Für faule Kredite bildete JP Morgan eine Risikovorsorge von 611 Millionen Dollar, fast eine Milliarde weniger als im dritten Quartal 2019. Im ersten Halbjahr hatte das Institut - wie andere Banken auch - die Risikovorsorge noch massiv aufgestockt, um drohende Kreditausfälle in Folge der Corona-Krise abzudecken. Im ersten Halbjahr hatte die Bank bereits fast 19 Milliarden Dollar in die Risikovorsorge gesteckt.

Kreditkarten-Geschäft mit Corona-Malus

Ganz anders das Bild bei der Citigroup: Die Corona-Krise hat bei der US-Bank im dritten Quartal tiefe Spuren hinterlassen. Der Gewinn brach um 34 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar ein, wie das Geldhaus am Dienstag mitteilte. Die niedrigen Zinsen, höhere Belastungen durch Kreditausfälle sowie eine 400 Millionen Dollar schwere Strafe wegen verschiedener Verfehlungen setzten der Bank zu.

Die Konzernerträge schrumpften um sieben Prozent auf 17,3 Milliarden Dollar, obwohl die Citigroup wie die Konkurrenz von einem gut laufenden Aktien- und Anleihenhandel profitierte. Doch als einer der größten Kreditkartenanbieter der USA spürt die Bank, dass die Kunden angesichts der gestiegenen Arbeitslosigkeit seltener die Kreditkarten zücken.

AB