JPMorgan Chase Gebäude in New York
Audio

Mehr Gewinn, weniger Risikovorsorge JPMorgan übertrifft Erwartungen

Stand: 16.07.2019, 13:19 Uhr

Die größte US-Bank schlägt wieder einmal die Erwartungen der Wall Street. Nach Steuern verdiente das Institut erheblich mehr als die Analysten erwartet hatten. Und die Bank kann ihre Risikovorsorge weiter herunterfahren. Dennoch verliert die Aktie zunächst.

Im vorbörslichen Handel gibt der Titel am Dienstag zunächst rund ein Prozent nach. Analysten hatten einige Sondereffekte als "Gewinnbooster" in der Quartalsbilanz ausgemacht. In nackten Zahlen überzeugt diese aber wieder einmal rundum.

Privatkundengeschäft gleicht Investmentbanking aus

Die größte US-Bank hat dabei von einem starken Geschäft mit Privatkunden profitiert. Dank eines kräftigen Gewinnanstiegs in der Privatkundensparte konnte die Bank die Schwäche in den anderen Bereichen wie dem Investmentbanking mehr als ausgleichen.

Unter dem Strich verdiente die Bank zwischen April und Ende Juni 9,7 Milliarden Dollar (rund 8,6 Milliarden Euro) und damit rund 16 Prozent mehr als vor einem Jahr, wie das Geldhaus am Dienstag in New York mitteilte. Das entspricht 2,82 Dollar je Aktie. Die durchschnittlichen Schätzungen der Analysten hatten bei 2,50 Dollar je Anteilsschein gelegen.

Weniger Risikovorsorge nötig

Die Erträge im operativen Geschäft legten um vier Prozent auf fast 30 Milliarden Dollar zu. Und die Bank kann ihre Risikovorsorge weiter herunterfahren. Im zweiten Quartal lag diese bei 1,15 Milliarden Dollar, hier waren Beobachter von 1,50 Milliarden Dollar ausgegangen. Die Citigroup hatte die Berichtssaison der US-Banken am Montag mit besser als erwarteten Zahlen eröffnet.

Bankentag an der Wall Street

Am Dienstag noch vor Öffnung der US-Börsen haben auch Goldman Sachs und Wells Fargo Einblick in ihre Bücher gegeben. Die Investmentbank Goldman Sachs ringt zwar aber weiter mit einem schwachen Geschäft im Handel mit Zinsprodukten und Währungen sowie im Investmentbanking. Im zweiten Quartal ging der Nettogewinn daher um sechs Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar (rund 1,96 Milliarden Euro) zurück. Die Erträge sanken um zwei Prozent auf knapp 9,5 Milliarden Dollar. Dies konnte nur zum Teil durch niedrigere Lohnkosten und geringere Boni ausgeglichen werden. Ergebnis und Erträge lagen aber über den Erwartungen des Marktes.

Steigende Gewinne im vergangenen Quartal konnte dagegen Wells Fargo vorweisen. Das Institut profitierte dabei von guten Geschäften mit Privatkunden und im klassischen Kreditgeschäft. Der Nettogewinn konnte hier von 5,2 auf 6,2 Milliarden Dollar gesteigert werden, je Aktie verdiente das Unternehmen 1,30 Dollar, statt erwarteter 1,15 Dollar. Die Gesamterträge wurden hier auf 21,6 Milliarden Dollar gesteigert, ebenfalls stärker als erwartet.

Am Mittwoch liefern dann die Bank of America und am Donnerstag Morgan Stanley ihre Geschäftsergebnisse.

AB