JPMorgan Chase Gebäude in New York
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Besser als erwartet JPMorgan: Fulminanter Start in die Bilanzsaison

Stand: 13.04.2018, 14:08 Uhr

Die Bilanzsaison der amerikanischen Banken beginnt mit einem Paukenschlag: 8,7 Milliarden Dollar hat das größte amerikanische Geldhaus im ersten Quartal verdient. Damit haben selbst Optimisten nicht gerechnet.

Tatsächlich stieg der Gewinn im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 35 Prozent. Pro Aktie ergibt sich ein Gewinn von 2,37 Dollar, Analysten hatten mit 2,28 Dollar gerechnet. Damit steigt die Eigenkapitalrendite auf 15 Prozent, nach 11 Prozent im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Zum Vergleich: Die Eigenkapitalrendite der Deutschen Bank war zuletzt leicht negativ. Auch ist JPMorgan mit einer Marktkapitalisierung von rund 385 Milliarden Dollar um ein Vielfaches größer als die Deutsche Bank.

Neben starken Geschäften - die Einnahmen stiegen um 12 Prozent auf 27,9 Milliarden Dollar - profitierte JPMorgan auch von der US-Steuerreform. Obwohl das Vorsteuerergebnis im ersten Quartal um zwei Milliarden Dollar gestiegen ist, ergibt sich unter dem Strich eine Steuerentlastung um 240 Millionen Dollar.

Kosten steigen langsamer als die Einnahmen

Experten hatten mit einem höheren Betrag gerechnet. Dank der gestiegenen Zinsen sind die Einnahmen aus dieser Sparte um neun Prozent auf 13,5 Milliarden Dollar gestiegen. Die Provisionseinnahmen sind dank guter Geschäfte am Kapitalmarkt, bei den Autokrediten und der Vermögensverwaltung um 12 Prozent auf 15,1 Milliarden Dollar geklettert. Dagegen legten die Ausgaben nur um fünf Prozent zu - eine für die Gewinnentwicklung ideale Ausgangsposition.

"Unsere Geschäfte liefen quer durch alle Sparten gut", erklärte Bankchef Jamie Dimon. Tatsächlich konnte die Bank ihren Platz als weltweite Nummer eins bei den Einnahmen im M&A-Geschäft behaupten. Auch im Asset & Wealth Management gehört JPMorgan mit inzwischen zwei Billionen Dollar (plus zehn Prozent) zu weltweit führenden Vermögensverwaltern.

An der Börse scheinen die Zahlen bereits eingepreist zu sein. Während die JPMorgan-Aktie vorbörslich lediglich um ein halbes Prozent zulegt, gehörte sie gestern mit einem Plus von 2,5 Prozent zu den stärksten Werten im US-Leitindex Dow Jones.

Auch Citigroup und Wells Fargo verdienen mehr

Deutlich bescheidener ist das Bilanzwachstum des Konkurrenten Citigroup ausgefallen. So hat die Bank im ersten Quartal 4,6 Milliarden Dollar verdient, nach 4,1 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Die Erträge kletterten um drei Prozent auf 18,9 Milliarden Dollar.

Die von Skandalen erschütterte Bank Wells Fargo aus Kalifornien hat den Gewinn im ersten Quartal um 300 Millionen auf 5,9 Milliarden Dollar gesteigert, obwohl die Erträge auf 21,9 Milliarden Dollar von 22,3 Milliarden Dollar gesunken sind. Die anderen großen US-Finanzhäuser sind in der kommenden Woche an der Reihe. Europas Banken legen ihre Geschäftszahlen etwas später vor, bei der Deutschen Bank ist dies für den 26. April geplant.

lg