JPMorgan Chase Gebäude in New York

Starke Quartalszahlen vorgestellt JPMorgan: Bald mehr Gewinn, als die Deutsche Bank wert ist

Stand: 12.10.2018, 14:37 Uhr

JPMorgan, Amerikas größte Bank, hat auch im dritten Quartal die Erwartungen der Analysten übertroffen und dank der Trump'schen Steuerrefom und steigender Zinsen deutlich mehr verdient. Auch die Citigroup und Wells Fargo verdienen Milliarden.

Im vorbörslichen New Yorker Handel klettert die JPMorgan-Aktie um gut ein Prozent, nachdem sie gestern drei Prozent schwächer geschlossen hatte und auf den tiefsten Stand seit Juli gefallen war. Tatsächlich hat die nach der Bilanzsumme größte Bank der Vereinigten Staaten im dritten Quartal ihren Gewinn um 24 Prozent auf 8,4 Milliarden Dollar gesteigert. Das entspricht 2,34 Dollar je Aktie. Analysten hatten mit 2,26 Dollar gerechnet.

Auch die Erlöse sind mit 27,8 Milliarden Dollar höher ausgefallen als vorhergesagt. Allerdings zeigen sich gegenüber den Zahlen des zweiten Quartals leichte Ermüdungserscheinungen. So beliefen sich die Einnahmen im Zeitraum von April bis Juni auf 28,4 Milliarden Dollar.

Mehr Gewinn als die Deutsche Bank wert ist

In den ersten neun Monaten verdiente JPMorgan bereits 25,4 Milliarden Dollar und ist damit auf bestem Weg zu einem Rekordergebnis im laufenden Jahr. Dabei profitiert die Bank auch von der Ende 2017 beschlossenen Steuerreform von US-Präsident Donald Trump. Von Bloomberg befragte Experten rechnen im Schnitt derzeit mit einem Gewinn von rund 31 Milliarden Dollar. Damit würde JPMorgan in einem Jahr mehr verdienen, als die Deutsche Bank derzeit an der Börse wert ist.

Der mit Abstand größte Wachstumstreiber war das Kreditkarten- und Konsumentenkreditgeschäft. Hier konnte JPMorgan dank der gestiegenen Zinseinnahmen seinen Gewinn um satte 60 Prozent auf 4,1 Milliarden Dollar steigern, während die Einnahmen lediglich um zehn Prozent zulegten. Insgesamt ist der Zinsüberschuss der Bank im dritten Quartal um sieben Prozent auf 14,1 Milliarden Dollar gestiegen. Vorstandschef Jamie Dimon sagte, JP Morgan habe bei Privatkunden so viel Geld eingesammelt wie noch nie.

Anleihehandel schwächelt

Deutlich langsamer voran ging es im Investmentbanking. Hier konnte der Gewinn lediglich um drei Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar gesteigert werden, die Einnahmen legten um zwei Prozent auf 8,8 Milliarden zu. Im Handel mit Anleihen und anderen festverzinslichen Wertpapieren sind die Erlöse sogar um sechs Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar gesunken. Ganz anders im Aktienhandel. Hier verzeichnete die Bank einen Anstieg der Einnahmen um 17 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar, deutlich mehr als erwartet. Damit hat JPMorgan gute Chancen, ihren Platz als Königin der Wall Street, noch vor Goldman Sachs, zu verteidigen.

Auch Citigroup und Wells Fargo steigern Gewinn kräftig

Auch die Citigroup, sowie die Kalifornien ansässige Bank Wells Fargo haben im dritten Quartal besser abgeschnitten als erwartet. So hat die Citi ihren Gewinn im dritten Quartal um zwölf Prozent auf 4,6 Milliarden Dollar gesteigert. Das entspricht 1,73 Dollar je Aktie. Analysten hatten im Schnitt 1,68 Dollar erwartet. Dazu trugen nach Angaben der Bank vor allem niedrigere Steuern und gesunkene Kosten bei. Die Erträge stagnierten bei 18,4 Milliarden Dollar, nachdem ein Verkauf der Citigroup im Vorjahreszeitraum noch einen Sonderertrag bescherte.

Besonders gut lief es für die vor allem im Privatkundengeschäft tätige Bank Wells Fargo. Wegen der brummenden Konjunktur und der niedrigen Arbeitslosigkeit liehen sich die Kunden mehr Geld als je zuvor - und das in einem Umfeld steigender Zinsen. Für die Bank ein bombastisches Geschäft: Dadurch konnte sie den Gewinn um ein Drittel auf 6,0 Milliarden Dollar steigern, nach 4,5 Milliarden im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Gewinn je Aktie schnellte von 0,83 Cent auf 1,13 Dollar in die Höhe.

lg