JPMorgan Chase Gebäude in New York
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Jahreszahlen JPMorgan: 31 Milliarden sind nicht genug

Stand: 15.01.2019, 15:29 Uhr

Blendende Jahresergebnisse der US-Großbank JPMorgan - und die Aktie verliert dennoch im vorbörslichen US-Handel. Die Erwartungen an das Institut waren noch höher. Aber anders als bei vielen europäischen Branchenvertretern: Die Geschäfte brummen heftig wie selten.

Einen Gewinnanstieg um 36 Prozent auf 31 Milliarden Dollar als schlechte Nachricht zu begreifen, fällt schwer. Dennoch rutschte die Aktie des US-Bankenriesen JPMorgan am Dienstag im US-Handel zunächst um rund drei Prozent ab.

Die Erklärung liegt in den noch höheren Erwartungen der Analystengemeinde. Die bemängelte in ersten Stellungnahmen das nicht ganz so gut laufende Handelsgeschäft. Vor allem der Handel mit Anleihen sei im letzten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres "herausfordernd" gewesen, so auch Vorstandschef Jamie Dimon.

Rekordgewinn, auch ohne Steuereffekte

Der Wert von 31 Milliarden Dollar ist dennoch der größte Jahresgewinn, die die Bank jemals eingefahren hat. Und laut Dimon wäre selbst ohne die Einmaleffekte der US-Steuerreform eine Bestmarke erreicht worden. Die gesamten Erträge lagen im vergangenen Jahr bei 111,5 Milliarden Dollar, ein Plus von sechs Prozent gegenüber 2017.

Im Vergleich zu den bei der Deutschen Bank erwarteten Gewinnsumme von 400 Millionen Euro für 2018 ist die Gewinnausbeute bei JPMorgan geradezu astronomisch. Der Bankenriese, der mit einem Börsenwert von derzeit rund 300 Milliarden Dollar auch weltweit die Nummer eins ist, profitiert von seiner breiten Aufstellung. Handelsgeschäft, Begleitung von Börsengängen, klassisches Kreditgeschäft, Übernahmen und Fusionen - überall spielt das Institut weltweit eine wichtige Rolle. Im Investmentbanking hat JPMorgan auch die kritische Größe um nachhaltig profitabel zu arbeiten.

Nur Peanuts bei der Deutschen Bank

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
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Auch die Zukunft schätzt der Kapitalmarkt durchaus optimistisch ein. Bis 2021 trauen die Experten JPMorgan einen weiteren Gewinnanstieg auf 36 Milliarden Dollar zu. Die Aktie des Bankenriesen notiert mit derzeit 85 Dollar zwar ein gutes Stück von den Rekordhochs bei rund 100 Dollar entfernt. Auch hier hilft allerdings der Vergleich mit dem deutschen Pendant: Die Deutsche-Bank-Aktie hat seit ihren Höchstständen rund 90 Prozent an Wert eingebüßt.

Wells Fargo scheffelt ebenfalls

Dass die Entwicklung in der internationalen Bankenbranche die US-Institute klar auf der Gewinnerseite sieht, zeigen auch die Ergebnisse des zweiten US-Hauses, das heute seine Jahreszahlen auf den Tisch legte: Wells Fargo hat im vergangenen Jahr dank geringerer Kosten mehr verdient, wenn auch nur knapp. Der Gewinn legte 2018 um ein Prozent auf 20,7 Milliarden US-Dollar. Bei den Erträgen musste Wells Fargo einen Rückgang um rund zwei Prozent auf 86,4 Milliarden Dollar hinnehmen. Damit kann die Bank zwar nicht mit den deutlichen Zuwächsen der Citigroup und JPMorgan mithalten und verfehlte auch die Erwartungen der Experten. Weiterhin scheffelt aber auch dieses Bankhaus Milliardengewinne.

AB