BMW-Werk in Leipzig

Motorradproduktion läuft weiter Jetzt stoppt auch BMW die Autoproduktion

Stand: 18.03.2020, 10:52 Uhr

Nach VW und Daimler fährt nun auch der Autobauer BMW wegen der Coronavirus-Pandemie die Produktion herunter. In den Werken in Europa und Südafrika stehen die Bänder voraussichtlich bis zum 19. April still.

"Ab heute fahren wir unsere europäischen Automobilwerke und das Werk Rosslyn in Südafrika herunter", sagte BMW-Vorstandschef Oliver Zipse am Mittwoch auf der Online-Bilanzpressekonferenz laut Redetext. Die Produktionsunterbrechung sei bis voraussichtlich 19. April geplant. Ein Unternehmenssprecher ergänzte, die Motorradproduktion in Berlin werde bis auf weiteres fortgesetzt.

Die Ausbreitung des Coronavirus dürfte die Nachfrage nach Autos in allen wesentlichen Märkten erheblich beeinträchtigen, teilte das Unternehmen mit. "Bei uns folgt die Produktion der prognostizierten Absatzentwicklung. Unser Produktionsvolumen passen wir flexibel der Nachfrage an", sagte Zipse. 

93 Prozent Lohn bei Kurzarbeit

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Betriebsratschef Manfred Schoch sagte, die Gesundheit der Mitarbeiter müsste geschützt und ihre Arbeitsplätze und Einkommen müssten abgesichert werden. Dazu gebe es drei mit dem Betriebsrat vereinbarte Instrumente: Arbeitszeitkonten, Homeoffice und Kurzarbeit.

Ein Tarifmitarbeiter bekomme auch bei Kurzarbeit mindestens 93 Prozent seines Nettolohns, so der Betriebsratschef. Mit diesen drei Instrumenten werde BMW die Belegschaft sicher durch die Coronakrise steuern.

Sinkender Absatz, sinkende Marge

Der Münchner Autokonzern geht angesichts der Coronakrise von einer deutlichen Belastung der Ergebnisse im Kerngeschäft aus. Der Autoabsatz dürfte im laufenden Jahr deutlich unter Vorjahresniveau liegen. Bislang hatte BMW noch mit einem leicht steigenden Absatz gerechnet.  

Auch die Marge dürfte ordentlich leiden: BMW erwartet im Autogeschäft eine Ebit-Marge zwischen 2,0 und 4,0 Prozent nach 4,9 Prozent im vergangenen Jahr. Vor allem das erste Halbjahr dürfte von Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 geprägt sein.  

Autokonzerne in der Bredouille

Die Ankündigung von BMW, seine Produktion herunterzufahren, kommt nicht unerwartet. Bereits am Dienstag hatten die innerdeutschen Rivalen VW und Daimler bekannt gegeben, einen Großteil ihrer Produktion in Europa in den kommenden Wochen auszusetzen.  

Der italienische Sportwagenbauer Ferrari kündigte am Montag an, seine beiden Werke in Maranello und Modena "aus Respekt" und für den "Seelenfrieden" der Arbeiter und Zulieferer zunächst für zwei Wochen zu schließen.  

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 6 Monate
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Die BMW-Aktie fällt am Montagvormittag in der Spitze um 8,2 Prozent auf 36,80 Euro. Damit belaufen sich die Verluste seit Jahresbeginn auf über 60 Prozent.  

ag

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BMW-Logo im Wandel Galerie

BMW Rapp Motor Logo

1917
Die Geschichte der Bayerischen Motoren Werke beginnt mit einer Umfirmierung. BMW geht aus dem Münchner Flugzeugmotoren-Hersteller Rapp Motorenwerke hervor. Der Name änderte sich. Die technischen Anlagen, die Vermögenswerte und die Belegschaft blieben zunächst gleich. Zunächst hatte BMW gar kein eigenes Logo. Das Hauptgeschäft bestand in der Produktion und der Wartung von Flugmotoren für die im Ersten Weltkrieg stark expandierende deutsche Fliegertruppe.