Optik-Fertigung in der Jenoptik Optical Systems GmbH

Mehr Gewinn Jenoptik: die Richtung stimmt

Stand: 10.11.2017, 10:20 Uhr

Prall gefüllte Auftragsbücher haben dem Thüringer Optik- und Rüstungskonzern Jenoptik auch im dritten Quartal starke Zahlen beschert. Auch der Ausblick fällt stark aus. Zu dumm nur, dass Anleger noch mehr erwartet hatten.

Die Aktie verlor am Morgen bis zu 2,3 Prozent und war damit der schwächste Wert im TecDax. Dann erholte sich der Titel aber. Im Jahresvergleich hat sich der Kurs sogar nahezu verdoppelt. Grund für die heutigen Kursverluste sind die hohen Erwartungen der Analysten, die der Optik- und Rüstungskonzern aus dem thüringischen Jena in einem Bereich nicht ganz erfüllen konnte.

Dabei hat Jenoptik in den ersten neun Monaten von einer guten Nachfrage aus der Halbleiterindustrie profitiert. Das operative Ergebnis (Ebit) stieg von Januar bis September um 15,9 Prozent auf 52,0 Millionen Euro. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 44,1 Millionen Euro hängen. Das waren fast ein Viertel mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz kletterte um 7,0 Prozent auf 526,8 Millionen Euro.

Oberes Ende der Spanne angepeilt

Aufgrund der guten Zahlen und eines traditionell starken Jahresendgeschäfts peilt das Unternehmen nun für 2017 einen Umsatz aus eigener Kraft am oberen Ende der bisherigen Spanne von 720 bis 740 Mio Euro an. Inklusive Zukäufen dürfte er sogar leicht darüber liegen. Die Ebit-Marge soll ebenfalls das obere Ende der bisher prognostizierten Bandbreite von 9,5 bis 10,0 Prozent erreichen.

Dass die Aktie trotzdem in die Knie geht, erklären Analysten mit der enttäuschenden Auftragsentwicklung in dritten Quartal. Tatsächlich ist der Auftragseingang zwischen Juli und September um 25 Prozent auf 171 Millionen Euro gesunken. Im Bereich Verteidigung sind die Aufträge sogar um mehr als die Hälfte geschrumpft.

Expansion in den USA

Trotzdem entwickelte sich die Jenoptik-Aktie in den ersten neun Monaten deutlich besser als der Gesamtmarkt, mit einem Plus von 67,2 Prozent. Der TecDax schaffte in dieser Zeit "nur" einen Zuwachs von 32,2 Prozent.

Jenoptik ist damit eine der wenigen auch an der Börse erfolgreichen Unternehmen Ostdeutschlands. Im Sommer hatte das Unternehmen seine Expansion in den USA vorangetrieben. Dazu wurde die Firma Five Lakes Automation aus Michigan übernommen. Die 2013 gegründete Firma plane Fertigungslinien und setze die Projekte bei Kunden in der Autoindustrie und bei deren Zulieferern um.

Im Mai hatte das Jenaer Unternehmen in Rochester Hills in den USA bereits einen neuen Standort bezogen, in den 14 Millionen Euro investiert wurden. Dort fertigen nach eigenen Angaben 110 Mitarbeiter Mess- und Lasertechnik für die US-Autoindustrie.

lg