Herta Fleischwurst

Mögliche Verkaufspläne Ist Herta Nestlé Wurst?

Stand: 22.06.2018, 09:41 Uhr

Nestlé-Chef Mark Schneider treibt den Umbau des führenden Lebensmittelkonzerns weiter voran. Nach der Trennung vom Süßwaren-Geschäft in den USA steht nun auch die Wurstmarke Herta vor einem möglichen Verkauf.

In Europa ist Herta vor allem für seine Frankfurter Würstchen bekannt. Die Marke "Frankfurter" gehört zu den wichtigsten Produkten der Nestlé-Tochter. Doch Wurst passt inzwischen nicht mehr so recht ins Sortiment des größten Nahrungsmittelherstellers der Welt angesichts der zunehmenden Fokussierung auf gesunde Ernährung. Zumal sich Herta auch wirtschaftlich schwer tut. Der Umsatz stagniert laut Insidern.

Deshalb denkt Nestlé nun angeblich über den Verkauf des größten deutschen Wurst- und Fleischwarenkonzerns nach. Das berichtete ein Insider gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. Allerdings sei ein Verkaufsprozess noch nicht eingeleitet worden.

Nestlé-Chef will unrentable Bereiche abstoßen

Nestle-Chef Schneider räumt derzeit massiv beim Schweizer Nahrungsmittelkonzern auf. Schlecht laufende Bereiche wie zuletzt das US-Süßigkeitengeschäft stößt er ab. Andere lukrative Segmente wie Babynahrung, Tiernahrung, Wasser und Kaffee will Schneider dagegen ausbauen - auch über Zukäufe. Damit soll Nestlé bis 2020 wieder auf Wachstumsraten von rund fünf Prozent kommen.

So hat Nestlé in den letzten Monaten sein Kaffee-Geschäft dank mehrerer Übernahmen deutlich gestärkt. Im Visier hat der Nahrungsmittelkonzern vor allem den größten Kaffeemarkt USA. Jüngst gab Nestle den Kauf des Einzelhandelsgeschäfts von Starbucks für gut sieben Milliarden Dollar bekannt. Das Geschäft rund um das koffeinhaltige Getränk spielt für Nestle eine wichtige Rolle.

Aktie braucht neuen Schwung

Erfolgreiche Deals könnten den Aktienkurs von Nestlé wieder auf Touren bringen. Seit Jahresbeginn hat der Kurs gut zehn Prozent verloren. Für das laufende Jahr peilt der Nahrungsmittelriese ein organisches Umsatzwachstum von zwei bis vier Prozent an. Im ersten Quartal lag das Plus bei 2,8 Prozent. Der wochenlange Boykott von Nestlé-Produkten in Edeka-Läden bremste vor allem in Deutschland das Geschäft.

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Vom Wohltäter zum Lebensmittel-Multi Die Nestlé-Geschichte

Unternehmensgründer Henri Nestlé

Unternehmensgründer Henri Nestlé: Der eigentliche Gründungsvater des Schweizer Nahrungsmittelkonzerns war… ein Deutscher. Der Frankfurter Apotheker Heinrich Nestle wanderte Mitte des 19. Jahrhunderts in die Schweiz aus. In Vevey am Genfer See tüftelte er an einem Mittel für Säuglinge, die nicht gestillt werden konnten. So erfand er das "farine lactée", das so genannte Kindermehl, eine Kombination aus Kuhmilch, Weizenmehl und Zucker.

nb