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Gefallener Engel Ist die Netflix-Aktie jetzt ein Kauf?

von von Angela Göpfert

Stand: 17.07.2018, 09:09 Uhr

Anleger-Liebling im Ausverkauf: Die Netflix-Aktie ist heute rund 14 Prozent billiger zu haben als gestern. Doch reicht das schon als Kaufargument?

Seit Jahresbeginn hatte die Netflix-Aktie 108 Prozent hinzugewinnen können, erst im Juni markierte sie bei 423,21 Dollar ein frisches Rekordhoch. Nicht wenige Anleger dürften den Einstieg verpasst haben – und ebenso staunend wie neidisch an der Seitenlinie gestanden haben. Bekommen sie jetzt eine zweite Chance?

Technisch angeschlagen

Nach enttäuschenden Abonnenten-Zahlen ist die Netflix-Aktie im nachbörslichen US-Handel um 14,1 Prozent auf 343,89 Dollar abgestürzt. Der Rutsch unter die 38-Tage-Linie (aktuell bei 383,03 Dollar) verheißt nichts Gutes.

Zumal diese Marke heute im regulären US-Handel ab 15:30 Uhr per Kurslücke unterschritten werden dürfte, ein Break-away-Gap und damit ein Vorbote weiter fallender Kurse sind da nicht fern. Zumal die Highflyer-Aktie damit auch ihren steilen Aufwärtstrend seit Januar nach unten verlassen dürfte.

Das Negativ-Beispiel Walmart

Anleger, die jetzt den Einstieg wagen, laufen damit Gefahr, ins fallende Messer zu greifen. Zumal die Erfahrung mit anderen gefallenen Engeln am amerikanischen Aktienmarkt gezeigt hat: Vorschnelle Käufe werden zumindest in der kurzen Frist meist nicht belohnt.

So war etwa die Walmart-Aktie im Februar - ebenfalls nach enttäuschenden Quartalszahlen – massiv unter die Räder gekommen. Doch erst im Mai loggte sie das Tief ein und befindet sich seither in der Bodenbildung.

Besser die Füße stillhalten

Das Beste dürfte wohl sein, wenn Anleger die Füße stillhalten und wenigstens die nächsten Handelstage abwarten. Häufig hagelt es nach enttäuschenden Quartalszahlen an den Folgetagen auch schlechte Analystenbewertungen – das sorgt dann oftmals für einen neuen Abwärtsschub.

Sollte sich die Aktie jedoch oberhalb der Höchststände von März/April (333,98/338,82 Dollar) fangen und die 38-Tage-Linie zurückerobern, könnten risikobereite Anleger einen Einstieg wagen.

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