Hingucker der Woche
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Durchstarten nach der Korrektur Ist die Dax-Durststrecke jetzt vorbei?

Stand: 19.11.2017, 10:56 Uhr

Ganze sechsmal ging es an den vergangenen sieben Handelstagen abwärts. Gleichwohl bleiben die Fachleute optimistisch: Viele rechnen jetzt wieder mit Kursgewinnen.

In der vergangenen Woche verlor der Dax rund ein Prozent und ging mit 12.993,73 Zählern aus dem Handel. Der Dow Jones sackte auf Wochensicht um moderate 0,3 Prozent. Der deutsche Leitindex hat damit binnen weniger Tage mehr als 500 Punkte verloren, nachdem er noch am 7. November ein Rekordhoch bei 13.525 Punkten erreicht hatte. Fachleute benutzen für einen solchen Kursrutsch gerne das schöne Wort „Stabilisierung“. Wenn die Lage jetzt also wieder stabil ist, könnte es doch wieder gelassen nach vorne gehen, oder?

Diese Meinung wird natürlich vertreten. Viele Marktteilnehmer stellten sich derzeit die Frage, ob die jüngst unterbrochene Herbstrally in den nächsten Wochen in eine Jahresendrally münden werde, schreiben die Fachleute der DZ Bank. „Die Aussichten hierfür sind aus fundamentaler Sicht durchaus günstig: So ist über den Jahreswechsel auch mit einer schwungvollen Weltwirtschaft zu rechnen“, heißt es in einem Marktausblick.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Woche
Kurs
11.727,16
Differenz relativ
-0,42%
Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum 1 Woche
Kurs
25.798,42
Differenz relativ
+2,17%
Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum 1 Woche
Kurs
1,1546
Differenz relativ
-0,23%

Mittelfristig 14.500 Punkte möglich

Analyst Sascha Rehbein von der Weberbank bleibt angesichts der fundamental guten Lage der Unternehmen, positiver Gewinnerwartungen und einer Konjunkturentwicklung "in die richtige Richtung" ebenfalls zuversichtlich. Und in einer Studie der LBBW hieß es: "Grundsätzlich stufen wir die Perspektiven weiter positiv ein, zumal Aktien im Vergleich zu Renten günstig bewertet sind."

Auch Anlagestratege Carsten Klude vom Bankhaus MM Warburg ist optimistisch: „Trotz der hohen Kurssteigerungen der vergangenen Jahre ist der Dax sowohl gegenüber der eigenen Historie als auch im Vergleich zu anderen Indizes nicht hoch bewertet." Er traue dem deutschen Leitindex mittelfristig einen Anstieg auf 14.500 Punkte zu.

Donald Trump

Donald Trump, ein wichtiger Mann beim Thema Steuern. | Bildquelle: dpa

Zumindest etwas kritischer betrachtet Helaba-Analystin Claudia Windt die Lage. „Für weihnachtliche Vorfreude ist es noch etwas zu früh“, gibt die Helaba-Expertin zu bedenken. Denn nach der Zustimmung im Repräsentantenhaus müssten die Steuerpläne von Donald Trump noch die Abstimmung im Senat überstehen, wo die republikanische Partei des US-Präsidenten „nur eine denkbar knappe Mehrheit“ habe.

"Die Anleger sind deshalb nervös", sagte Massud Ghaussy, Direktor bei Nasdaq Advisory Services. Einer Reuters-Umfrage zufolge erwarten zwei Drittel von mehr als 60 befragten Volkswirten nicht, dass die Republikaner eine Reform noch 2017 durchbringen. Hier lesen Sie, was die Steuerrefortm für die Investoren bedeuten könnte.

Konjunktur & Thanksgiving in den USA

An Thanksgiving spielen dagegen Truthähne eine Hauptrolle. | Quelle: colourbox

Die kommende Woche steht in den USA im Zeichen von Thanksgiving, sodass am Donnerstag an der Wall Street kein Handel stattfindet und am Freitag lediglich ein verkürzter. Deshalb stellt sich die Frage, woher eventuell positive Impulse stammen könnten. US-Konjunkturdaten sind jedenfalls aus oben genannten Gründen eher Mangelware. Interessant werden zumindest die Auftragseingänge langlebiger Güter am Mittwoch sein. Am Mittwochabend werden die Sitzungsprotokolle der jüngsten Fed-Zinssitzung veröffentlicht, die auch einen Blick wert sein werden.

Deutlich mehr los wird in der Eurozone sein. Besonders beachtet werden dürften die Einkaufsmanagerindizes am Donnerstag, die als zuverlässige Barometer für die wirtschaftliche Entwicklung gelten. In Deutschland sollte das Ifo-Geschäftsklima am Freitag im Blick der Märkte stehen.

Das deutsche Ifo-Geschäftsklima dürfte nach Einschätzung der Volkswirte der NordLB im November zu neuen Höhenflügen ansetzen. Das „kraftvolle Brummen des Konjunkturmotors“ sollte auch beim Ifo-Index kaum zu überhören sein. "Wir gehen davon aus, dass der bisherige Rekordstand aus dem Vormonat noch einmal leicht überboten werden kann", schreibt die NordLB.

Was ist los in der Berichtssaison?

Es wird langsam ruhiger: Am Dienstag wird die erst unlängst an die Börse gegangene Restaurantkette Vapiano Quartalszahlen vorstellen. Am Donnerstag wird der Industrie- und Stahlkonzerns Thyssenkrupp über das vergangene Quartal berichten. Ansonsten sind noch einige Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe am Start.

ts